Beharrlichkeit lohnt sich. So ist dem Irxleber Thomas Pfister ein ausdrucksstarkes Foto des Kometen "Lovejoy" gelungen. Zur Zeit zieht der Komet südlich des Sternhaufens Plejaden seine Bahn und wird zum Ende des Monats in Sonnennähe gelangen.

Irxleben l Die Astronomie ist Thomas Pfisters Steckenpferd seit Jugendzeiten. Sie ist aber nicht nur Hobby, auch ein beruflicher Hintergrund verbirgt sich dahinter. Der 54-jährige Irxleber ist Lehrer und unterrichtet am Professor-Friedrich-Förster-Gymnasium in Haldensleben neben Physik auch das Fach Astronomie. Zugleich ist er Fachlehrer für Mathematik am Ameos-Klinikum und unterrichtet in der Kinder- und Jugendpsychiatrie.

"Der Komet wurde im letzten Jahr entdeckt und bewegt sich fast senkrecht zur Ebene unseres Sonnensystems."

Thomas Pfister, Lehrer

Grundlegende Voraussetzung, einen Kometen zu sehen, ist die Kenntnis des Sternenhimmels. Mit dem Fernglas kann dann auf Spurensuche gegangen werden.

Da "Lovejoy" sehr hell ist, kann der Schweifstern bei klarer Sicht die ganze Nacht beobachtet werden. Ferngläser und kleine Teleskope sind hierfür durchaus ausreichend. "Ab Mitte des Monats erreicht der Komet seine größte Helligkeit und ist unter dunklem Himmel auch mit bloßem Auge aufzuspüren", sagt der Hobbyastronom. "Der Komet wurde im letzten Jahr entdeckt und bewegt sich fast senkrecht zur Ebene unseres Sonnensystems: Damit liegt sein Ursprung wahrscheinlich in der Oortschen Wolke", erklärt Thomas Pfister.

Er hat den Weg des Kometen nachvollzogen und dabei mehrfach fotografiert. Eines der Fotos hat er überzogen bearbeitet; "um den Schweif, der von der Sonne weggerichtet ist, besser zu zeigen", sagt Pfister, und ergänzt: "Die Koma erscheint als verwaschener blauer Fleck im unteren Teil des Bildes. Sie ist eine Wolke aus Gas und Staub, die den Kometenkern umgibt. Sie bildet sich bei der Annäherung des Kometen an die Sonne schon jenseits der Jupiterbahn. Der Schweif ist von dort auf 22 beziehungsweise 23 Uhr gerichtet."

Bereits Thomas Pfisters Vater war Hobbyastronom. "Er hatte auf unserem Hof eine Sternwarte eingerichtet. Zum Einsatz kam ein Linsenfernrohr. Dieses Gerät nutze ich heute noch", erklärt der Irxleber.

Für das Foto genügte eine handelsübliche Kamera. Die Vorbereitung der Aufnahme nahm eine halbe Stunde in Anspruch. Zunächst wurden die Plejaden aufgesucht, in deren Nähe sich der Komet befindet. Dann wurden Komet und Plejaden mit verschiedenen Belichtungszeiten abgebildet. "Es muss nicht immer die ganz teure Fotoausrüstung sein. Mit einfachem Gerät können ebenfalls gute Fotos gelingen", stellt Pfister fest.

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