Der Barleber Gemeinderat soll in seiner nächsten Sitzung neu über die Kooperationsverträge mit fünf Vereinen beraten. Die Verwaltung schlägt vor, die Zuwendungen im Rahmen der Haushaltskonsolidierung um bis zu 50 Prozent zu verringern.

Barleben l Die Vereine in Barleben haben bisher vom Wohlstand der Gemeinde profitiert. Nun müssen der Haushalt konsolidiert und die freiwilligen Aufgaben eingestampft werden. In diesem Rahmen sollen auch die Kooperationsverträge mit den Vereinen im Gemeinderat noch einmal auf den Tisch kommen. Im Raum steht, die jeweilige Zu- wendung für die Jugendbetreuung beziehungsweise -ausbildung in den Vereinen "abzuschmelzen".

OK-Live bekommt von Wolmirstedt 500 Euro

So schlägt die Verwaltung vor, dem FSV Barleben 1911 jährlich nur noch maximal 15600 Euro zu geben. 2014 flossen noch 20800 Euro. Falls der Gemeinderat mehrheitlich zustimmt, könnte die Zuwendung für die SG Eintracht Ebendorf 1961 auf jährlich höchstens 14700 Euro sinken. In den vergangenen zwei Jahren waren es noch jeweils 19514 Euro. Der Karateclub HKC Magdeburg-Barleben konnte sich 2014 noch über eine Finanzspritze in Höhe von 4400 Euro freuen. In ihrer Beschlussvorlage schlägt die Gemeindeverwaltung nun vor, ab sofort nur noch die Hälfte zu zahlen.

Der Verein Insel für Alternativen, der sich um den Jugendclub in Barleben sowie den Kidsclub in Meitzendorf kümmert, wurde in den vergangenen Jahren mit jeweils 76000Euro bedacht. Von diesem Geld werde auch das Betreuungspersonal entlohnt, sagte Gemeinderatsmitglied Wilfried Büchner (Fraktion FDP) auf Volksstimme-Nachfrage. Die Summe könnte 2015 um 6000 Euro gekürzt werden und ab 2016 auf 59000 Euro sinken.

Bis 2023 würden noch rund 1,1Millionen fließen

Einen großen Zuschuss bekam bisher auch der Verein OK-Live Ensemble und Jugendkunstschule Barleben-Wolmirstedt. 40000 Euro schenkte die Gemeinde im vergangenen Jahr, 2012 und 2013 gab es sogar jährlich 50000 Euro. Der Verein realisiert jährlich etwa 60 bis 70 Auftritte. 17 künstlerische Leiter trainieren knapp 400 Mitglieder. Ab diesem Jahr, so zumindest der Vorschlag, soll es noch 30000 Euro geben. Zum Vergleich: Die Stadt Wolmirstedt bezuschusst den Verein mit 500 Euro im Jahr.

"Die vorliegende Zuwendung ist mit dem Verein vereinbart und basiert auf einem Vorschlag des Vereins", heißt es in den Beschlussvorlagen, über die der Gemeinderat in seiner nächsten Sitzung abstimmen soll. Werden die Vorlagen ungeändert beschlossen, gibt die Gemeinde laut Verwaltung bis zum Jahr 2023 insgesamt 331912 Euro weniger aus. Dennoch würden innerhalb der nächsten neun Jahre noch insgesamt mehr als 1,1Millionen Euro für diese fünf Vereine fließen. Laut Beschlussvorlage sollen alle neuen Vereinbarungen nach zwei Jahren ein weiteres Mal auf den Tisch kommen.

Die Kooperationsverträge sind am morgigen Donnerstag, 29. Januar, Thema im Gemeinderat. Dessen Mitglieder treffen sich um 18.30 Uhr im Gemeindesaal im Komplex der Mittellandhalle. Zuhörer sind im öffentlichen Teil der Versammlung willkommen.

Die Beschlussvorlagen sind im Ratsinfosystem der Gemeinde Barleben zu finden unter http://bi.barleben.de/infobi.asp, Gemeinderat am 29. Januar.