Im Landkreis Börde waren im Januar mit 8044 Frauen und Männern fast 1000 Menschen mehr ohne einen festen Job als im noch im Dezember des vergangenen Jahres. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 8,3 Prozent. Vor einem Monat lag die Quote noch bei 7,2 Prozent.

Landkreis Börde l Insgesamt handele es sich bei diesem doch recht deutlichen Anstieg der Arbeitslosen aber um einen saisonüblichen Verlauf, erklärt der Chef der Magdeburger Arbeitsagentur Matthias Kaschte. "Hier zeigen sich die typischen Verlaufsmuster für den Winter. Die Nachfrage nach Arbeitskräften und die Anzahl der Einstellungen lassen nach", so Kaschte. Zudem würden viele befristete Arbeitsverhältnisse zum Jahresende auslaufen. Der Winterknick macht sich besonders bei den männlichen Arbeitslosen bemerkbar. Fast 800 der 1000 hinzugekommenen Arbeitslosen im Landkreis Börde waren Männer. Grund für diesen Anstieg sind die Entlassungen in den witterungsbedingten Branchen im Bausektor.

Aber auch mit der steigenden Zahl an Arbeitslosen ist die Börde noch immer Vorreiter in ganz Sachsen-Anhalt. Landesweit sind 11,4 Prozent arbeitslos, im Bereich der Agentur für Arbeit Magdeburg sind es sogar 11,6 Prozent. Bezogen auf die Arbeitslosenquote im gesamten Agenturbezirk, zu dem neben der Börde und der Landeshauptstadt auch das Jerichower Land zählt, betont Matthias Kaschte dennoch: "Mit der Arbeitslosenquote von 10,2 Prozent haben wir das Niveau des Vorjahres sogar um 0,8 Prozent unterschritten. Wir verzeichnen damit die niedrigste Arbeitslosigkeit in einem Januar seit sechs Jahren."

Schon traditionell unterscheiden sich die Arbeitslosenquoten innerhalb des Landkreises Börde erheblich. Dem Schlusslicht Oschersleben mit 12,5 Prozent stehen Haldensleben mit 7,1 Prozent und Wolmirstedt mit 6,7 Prozent gegenüber. In Wanzleben beträgt die Arbeitslosenquote 8,1 Prozent.

Auch das Auslaufen der Bürgerarbeit zum Ende des vergangenen Jahres macht sich am Arbeitsmarkt bemerkbar. Seit diesem Januar befinden sich damit nämlich keine Arbeitssuchenden mehr in dem Programm. Im Januar des Vorjahres waren es immerhin noch 916 Teilnehmer.

Die Arbeitgeber meldeten im Januar insgesamt 974 freie Arbeitsstellen. Das waren 3,8 Prozent weniger als im Dezember, aber auch 61 Stellen mehr als noch im Januar 2014. Die meisten freien Arbeitsplätze gibt es der Produktion, in der Logistik sowie im Gesundheits- und Sozialwesen.

Große Unterschiede sind augenscheinlich, wirft man einen Blick auf den Arbeitslosenbestand nach Personengruppen. Während in den vergangenen zwölf Monaten die Zahl der Arbeitslosen in der Börde insgesamt um 10,3 Prozent abgenommen hat, sind es beispielsweise bei den 15- bis 25-Jährigen sogar 26,1 Prozent, während es bei ausländischen Arbeitslosen einen Zuwachs um satte 20,2 Prozent gab.

Die größten Probleme auf dem Arbeitsmarkt haben nach wie vor die älteren Arbeitslosen über 55 Jahren. Diese wieder in ein festes Arbeitsverhältnis zu bekommen, erweist sich als besonders schwierig. Hier beträgt die Anzahl an Arbeitslosen in der Börde fast 10 Prozent. "Das hat zum einen demografische Ursachen, zum anderen lässt das höhere Lebensalter die Chancen auf eine neue Beschäftigung sinken", erklärte Heike Jauch von der Magdeburger Arbeitsagentur. Die Benachteiligung älterer Arbeitsloser zeige sich auch in der Dauer der Arbeitslosigkeit. Während 2014 in der Börde Arbeitslose insgesamt im Schnitt 43,1 Wochen ohne Beschäftigung waren, lag die durchschnittliche Dauer bei über 50-Jährigen bei 58,4 Wochen. Kommen zum Alter noch gesundheitliche Beeinträchtigungen hinzu, sinken die Chancen auf eine Integration in den Arbeitsmarkt weiter.

"Oftmals bekommen Ältere einfach keine Chance zu beweisen, was sie leisten können. Dabei könnte durch die Einstellung älterer Arbeitsloser ein erheblicher Beitrag zur Fachkräftesicherung geleistet werden. Ältere Arbeitslose sind motiviert, engagiert und verfügen über erhebliche Berufs- und Lebenserfahrung, die für Arbeitgeber gewinnbringend sind", sagt Jauch.

Weitere Informationen zum Arbeitsmarktbericht gibt es auch im Internet auf der Seite www.arbeitsagentur.de.