Mitgliederschwund ist in der Gemeindefeuerwehr der Hohen Börde wie überall ein Thema. Trotzdem wird auf den Erhalt aller 15 Ortsfeuerwehren großer Wert gelegt.

HoheBörde l Der allgemeine Trend, wie ihn derzeit die Freiwilligen Feuerwehren in Deutschland erleben, macht auch um die Gemeindefeuerwehr der Hohen Börde keinen Bogen. Mitgliederschwund wird fast in allen Bereichen beklagt. So stellte der Gemeindewehrleiter Axel Klitschke auf der Jahreshauptversammlung bei den aktiven Mitgliedern der 15 Ortsfeuerwehren ein Defizit von neun Kameraden fest, als er das Jahresende 2014 mit dem von 2013 verglich. Am 31. Dezember 2014 waren 345 Kameraden aktiv.

Ein Knackpunkt ist nach wie vor die Einsatzbereitschaft am Tage. Axel Klitschke bezifferte diese auf 91 Kameraden. Sie können zwischen 6 und 18 Uhr rechtzeitig am Einsatzort sein, während die anderen Feuerwehrleute auswärts arbeiten. Doch nicht alle, die am Tage einsetzbar sind, haben auch eine Tauglichkeit und Ausbildung als Atemschutzgeräteträger. Nach der Prüfung durch den Landkreis mussten von einst 150 Atemschutzgeräteträgern 28 aus der Statistik gestrichen werden, weil sie ihren Nachweis auf Tauglichkeit nicht aufgefrischt hatten. So können die 15 Ortsfeuerwehren der Gemeinde nun nur noch insgesamt auf 122 Atemschutzgeräteträger bauen. Zwei Wehren haben derzeit keinen Kameraden mit dieser Ausbildung und aktuellem Tauglichkeitsnachweis vorzuweisen. "Wir haben mit der Alarm- und Ausrückeordnung auf die geringe Tageseinsatzbereitschaft reagiert, indem wir zeitgleich mehrere Feuerwehren alarmieren", erklärte der Gemeindewehrleiter.

Bei den 183 Einsätzen an 105 Einsatzorten war jede der 15Ortsfeuerwehren mindestens einmal beteiligt. "Das zeigt auch, dass wir alle 15 Ortsfeuerwehren erhalten müssen", so Axel Klitschke, der als größte Einsätze den Wohnhausbrand im Januar in Schackensleben und den Scheunenbrand im Mai in Rottmersleben nannte. Nicht zuletzt müssen auch die Ziele der Risikoanalyse, die überarbeitet gerade zur Prüfung beim Landkreis liegt, umgesetzt werden. "Die realistische Einsatzbereitschaft am Tage lässt es nicht zu, auf eine der Feuerwehren zu verzichten", fügt er hinzu.

Für die Gemeindebürgermeisterin Steffi Trittel zählte es weniger, wie oft eine Ortsfeuerwehr im Einssatz war. Sie sagte Dank "für jeden einzelnen Einsatz und für die Bemühungen, dass der Schaden in Grenzen gehalten wird". Und auch das Engagement in der Kinder- und Jugendarbeit lobte sie. Nach ihrer Aussage hat die Gemeinde im vergangenen Jahr über 500000 Euro in die Feuerwehr investiert.

Dafür gab es nicht zuletzt auch Lob vom Kreisbrandmeister Kai Pluntke. Er freute sich, dass die Feuerwehr der Hohen Börde Konzepte vorweisen kann und "es gut läuft".

Zehn junge Leute, die nach Aussage von Gemeindejugendwart Michael Jordan im Laufe des Jahres 2014 von der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung gewechselt haben, konnten das Defizit bei den "Aktiven" nur bedingt mindern. Bei den Jugendfeuerwehren selbst waren zwischen Jahresende 2013 und dem Jahresende 2014 in Summe fünf Abgänge zu verzeichnen. 109 Kinder und Jugendliche haben in den Jugendfeuerwehrgruppen einen Ort für ihre Freizeitbeschäftigung gefunden.

Positives zeigt hingegen die Bilanz der Kinderfeuerwehren an. Die Zahl der Kinder, die hier spielerisch an die Aufgaben der Feuerwehr herangeführt wird, stieg von 113 Ende 2013 auf 126 ein Jahr später. "Die Kinderfeuerwehren sind im Kommen". merkte Klitschke an. Die Gründung einer weiteren Kinderfeuerwehr sei für dieses Jahr in Mammendorf in Vorbereitung, kündigte Michael Jordan an. Insgesamt gibt es in der Hohen Börde derzeit jeweils zwölf Kinder- und Jugendfeuerwehrgruppen.

Ein leichtes Plus von drei Mitgliedern ist auch in der Alters- und Ehrenabteilung zu erkennen. Was alle Altersgruppen - vom Kind bis zum Senior - verbindet, ist eine große Aktivität.

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