Die Musikschule hatte das erste Mal zu einem Schnuppervormittag eingeladen. Viele Kinder und Jugendliche nutzten die Gelegenheit, um Klavier, Flöte oder Kontrabass näher kennenzulernen.

Wolmirstedt l Der siebenjährige Friedrich Ebert aus Colbitz möchte gerne Akkordeon spielen. "Musik machen ist schön", sagt er. Deshalb hatte er sich gestern Vormittag mit seiner Mutter Britta Ebert auf den Weg gemacht, in die Musikschule in der Schwimmbadstraße. Zusammen mit fast 100 anderen Kindern und Jugendlichen, darunter den Hortkindern der Diesterweg-Schule, schaute er sich die Instrumente genauer an und probierte einige davon aus.

Die Musikschullehrer hatten sich auf diesen Tag gut vorbereitet. Sie versuchten, den Besuchern im Fünf-Minuten-Takt Geige, Gitarre, Klavier, Schlagzeug, Blockflöte, Querflöte oder Klarinette nahezubringen. Nicht immer gelang es, diese kurze Zeitspanne einzuhalten. Viele Kinder zeigten sich sehr interessiert und wollten selbst die Instrumente ausprobieren. Die Musikschullehrer ließen sich gern darauf ein.

Bei Markus Fahtz erfuhren die Kinder, was eine E-Gitarre ist und dass sie durch ihren Verstärker von sehr vielen Menschen gut zu hören ist. Der siebenjährige Rick stellte fest: "Die klingt richtig rockig." Rockig klang auch das Lied von der geklauten Kokosnuss, dass der Gitarrenlehrer mit den Kindern gemeinsam sang.

Gheorghe Marinescu zeigte den Kindern die Schönheit der Geigenmusik. Wer wollte, durfte ein Instrument in die Hand nehmen. Der Musikschullehrer achtete auf den richtigen Sitz am Hals und darauf, dass der Bogen schön gleichmäßig über die Saiten gestrichen wird. "Ich habe für jedes Kind die passende Geige", sagte er. Für die kleine Mary-Ann holte er ein ganz kleines Instrument hervor. "Wenn ihr lernen wollt, die Geige zu spielen, dann können eure Eltern euch anmelden", sagte er, "ich würde mich sehr freuen."

Es ist nicht unmöglich, einen Unterrichtsplatz in der Musikschule Haldensleben-Wolmirstedt zu bekommen. Rund 600 Schüler werden in Haldensleben, Wolmirstedt und den Außenstellen unterrichtet, am Standort Wolmirstedt sind es etwa 200. "Wir haben Wartelisten", sagt Musikschulleiter Armin Hartwig, "aber manchmal wird auch kurzfristig ein Platz frei." Rechtzeitige Anmeldung sei deshalb wichtig und dieser Tag der offenen Tür sollte Kindern und Jugendlichen zeigen, wie Musizieren gelernt werden kann, welches Instrument zu ihnen passt.

Ein Instrument lässt sich auch jenseits der Jugendjahre erlernen. Die Zahl der erwachsenen Schüler nimmt zu. Monique Ziem gehört zu ihnen, sie hat sich für das Cello entschieden. Zusammen mit ihrer Patentochter Luisa Friedrich war sie zum Tag der offenen Tür gekommen, denn auch die 14-jährige Luisa interessiert sich für den Unterricht. "Ich möchte aber gerne Gitarre lernen", sagt sie. Dieses Instrument passe am besten in den Beruf, den sie später ergreifen möchte, nämlich Kindergärtnerin. Das Anmeldeformular ist bereits unterschrieben.

Eines der größten Instrumente in der Musikschule ist der Kontrabass. Jan Frömert gibt dafür Unterricht und beruhigte die Kinder angesichts seines rund zwei Meter großen Instrumentes zugleich. "Ihr bekommt einen Kontrabass, der zu eurer Größe passt." Auch hin- und hertragen müssen Kinder dieses Instrument nicht. "Wer Kontrabass spielen möchte, bekommt einen für zu Hause zum Üben und in der Musikschule steht auch einer bereit", erklärte Armin Hartwig.

Der Kontrabass wurde auch im kleinen Abschlusskonzert des Schnuppertages gespielt. "Die Musik darauf klingt ja immer etwas behäbig", sagte Jan Frömert, "so als würde ein Elefant Walzer tanzen." Für sein Stück "Der Elefant" bekam der Musikschullehrer letztlich viel Applaus.

"Wir werden so einen Tag der offenen Tür auf jeden Fall wiederholen", sagt Armin Hartwig. Es sei wichtig, jedem Kind zu zeigen, dass es in Wolmirstedt eine Musikschule gibt.

Friedrich Ebert ist sich nach diesem Tag jedenfalls sicher, dass er neben dem Akkordeon auch Gitarre und Schlagzeug spielen möchte. Seine Mutter hat jedenfalls nichts dagegen.

Anmeldungen nimmt die Musikschule in der Schwimmbadstraße auch unter Telefon 039201/21716 an.

 

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