Barleben l Wer sich für die jüngere und ältere Geschichte Barlebens interessiert, der hat immer dienstags die Möglichkeit, sich in der Heimatstube umzuschauen, wo die Entwicklung der Ortschaft über drei Etagen erlebbar ist. Das alte Fachwerkhaus im Breiteweg 50 ist auch jetzt während der Winterferien geöffnet. Das hat sich auch in der Ganztagsschule Barleben in der Feldstraße herumgesprochen.

14 Mädchen und Jungen der fünften bis neunten Klassen besuchten am Dienstag gemeinsam mit Schulsozialarbeiterin Berit Dalichow das altehrwürdige Haus im Ortszentrum.

Wie Ortschronistin Kerstin Dünnhaupt, die gemeinsam mit Annemarie Keindorff gestern in der Heimatstube "Dienst" hatte, mitteilte, "gewähren wir zu den Öffnungszeiten den Besuchern gern einen Blick hinter die Mauern des Fachwerkhauses, drehen wir die Zeit um Jahre zurück".

Im Obergeschoss beispielsweise geschieht dies um reichlich einhundert Jahre. Der interessierte Besucher kann dabei durch Wohnzimmer, Schlafzimmer, Kinderzimmer und Küche mit dem Interieur aus der Gründerzeit vom Ausgang des 19. Jahrhunderts wandeln.

Wer sich dagegen die Mühe macht und in den Keller hinabsteigt, fühlt sich gleich um etwa 4000 Jahre zurückversetzt. Im Untergeschoss des alten Gebäudes sind wertvolle museale Funde aus früheren Kiessandtagebauen in und um Barleben ausgestellt. Es sind aber auch zahlreiche Leihgaben des Landesamtes für Denkmalpflege und des Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle zu sehen.

Das rekonstruierte Fachwerkhaus, Heimstätte des Barleber Heimatvereins, ist selbst zirka 200 Jahre alt und gehörte einst zu einem landwirtschaftlichen Gut. Gerade 14 Jahre dagegen liegt es zurück, da wurde 2001 unter denkmalpflegerischer Aufsicht aus dem Fachwerkhaus, wie auch der gestrige Tag zeigte, eine geschichtsträchtige und gut frequentierte Heimatstube.