Das Gemäuer der ehemaligen Klosterkirche in Groß Ammensleben ist zu feucht. Der Grund: Die Wände waren viele Jahre zu hoch von außen zugeschüttet. Jetzt können sie wieder "atmen".

GroßAmmensleben l Emsig haben zwei Bauarbeiter in den zurückliegenden Tagen in der ehemaligen Klosterkirche "Sankt Peter und Paul" in Groß Ammensleben gewerkelt. Sie sägten die Bodenplatten entlang der Innenwände des Gotteshauses auf, hoben das darunterliegende Material aus und verfüllten den Schacht anschließend ringsherum mit einem Glasgranulat.

"Die Kirche soll anschließend renoviert werden, der Putz ist so schlecht."

Rudolf Kuchta, Mitglied der Kirchengemeinde Groß Ammensleben

"Das Problem ist, dass es hier sehr, sehr feucht ist", erklärt Rudolf Kuchta, Mitglied der Kirchengemeinde Groß Ammensleben. Er schaut täglich nach dem Rechten in dem Gotteshaus, schließt morgens den Bauarbeitern auf und am Nachmittag wieder zu. Die Feuchtigkeit drücke auch von unten in das Gebäude.

Der Grund für die sich stauende Nässe: Alter Schutt sei vor vielen Jahren rings um die Kirche verteilt worden. "Die Mauern konnten nicht mehr `atmen`", erläutert Eveyln Kasper. Sie ist Vorsitzende des "Fördervereins historische Klosterkirche Groß Ammensleben an der Straße der Romanik". Zum anderen sei die Kirche nach der Wende zu einem großen Teil verfliest worden, darunter befinde sich wiederum eine Betonschicht - beides verhindere einen Luftaustausch zwischen dem Boden und dem Innenraum des Kirchenschiffes.

Voraussichtlich in sechs Monaten sollen die Wände trockengelegt sein. "Danach kommt ein anderes Granulat hinein, das verfestigt wird und das man auch betreten kann", informiert Evelyn Kasper. "Die Kirche soll anschließend renoviert werden, der Putz ist so schlecht", ergänzt Rudolf Kuchta. Fördermittel seien beantragt und teilweise schon bewilligt worden.

Im Herbst des vergangenen Jahres wurden bereits die Außenwände der Kirche trockengelegt. Dazu wurde der Boden ringsherum bis zu den Fundamenten aufgeschachtet und das aufgeschüttete Material abgefahren.

"Für unsere Kirchengemeinde ist das eine große Herausforderung."

Evelyn Kasper, Förderverein der Kirche in Groß Ammensleben

"Anschließend wurde eine Tonpackung ans Mauerwerk angebracht, eine Drainage gelegt und der Schacht mit Erde verfüllt.

Die Kosten für die Trockenlegung belaufen sich laut Evelyn Kasper auf insgesamt rund 60000 Euro. Finanziert werde das Projekt mit Fördermitteln, Geld vom Bistum und der Kirchengemeinde selbst.Das Ganze sei aber nicht nur eine finanzielle Belastung. "Die Bauarbeiten produzieren Staub, die Kirche muss für die Gottesdienste jede Woche gewischt werden. Es kommt immer eine Schar von Leuten, um sauberzumachen. Und das alles ehrenamtlich. Für unsere Kirchengemeinde ist das eine große Herausforderung", betont Evelyn Kasper. "Wir sind froh, dass wir eine Gemeinde haben, mit der das funktioniert", fügt sie hinzu.

Im Zuge der Arbeiten an den Außenmauern sind nebenbei alte Gräber gefunden und von einem Archäologen besichtigt worden. Die Bauarbeiten in der Kirche sollen nach einer Pause in einer Woche fortgesetzt werden.

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