Der Gemischte Chor Wolmirstedt feiert sein 140-jähriges Bestehen. Zehn befreundete Chöre sind auf die Freilichtbühne zu einem großen Sängerfest eingeladen. Die Vorbereitungen laufen bereits.

Wolmirstedt l Noch liegt die Freilichtbühne unter einer dünnen Schneedecke im Winterschlaf. Am Sonnabend, 20. Juni, soll dort ab 14 Uhr vielstimmiger Gesang ertönen. Zusammen mit befreundeten Chören will der Wolmirstedter Gemischte Chor dort ein großes Jubiläums-Sängerfest feiern. Von den zehn geladenen Chören haben bereits sechs zugesagt.

"Wir freuen uns auf das gemeinsame Singen", sagt Undine Bühnemann, Vereinsvorsitzende des Gemischten Chores, "wir waren selbst schon bei vielen Sängerfesten und können nun etwas zurückgeben." Jeder Chor wird drei bis vier Lieder beitragen. Außerdem hoffen die Sängerinnen und Sänger auf viele Zuschauer auf den Rängen. Und es gibt einen weiteren Geburtstagswunsch. "Es wäre schön, wenn auch die Schulchöre bei unserem Fest auftreten", sagt Undine Bühnemann.

Der Gemischte Chor geht geübt in die Festvorbereitungen, denn auch vor 10 und vor 20 Jahren wurde Geburtstag gefeiert. Ein Organisationsteam hat sich bereits im Sommer gebildet und Aufgaben übernommen. Bühne, Technik, Plakate und vieles mehr müssen beschafft werden, jemand muss die Lieder bei der Gema melden. Das Bürgerhaus wird die Versorgung der Gäste übernehmen, die Chormitglieder backen die Kuchen.

Das Bürgerhaus ist die Heimstatt des Chores. Dort wird jeden Dienstag ab 19.30Uhr geprobt. Neue Mitglieder sind gerne gesehen und kommen auch. Derzeit singen 9 Männer und 23 Frauen gemeinsam, gerade haben sich weitere drei Damen gemeldet, die mitsingen möchten. Nina Sinitsyna ist die Chorleiterin. Sie hat den Taktstock 2004 von Heinz Pietsch übernommen.

Das Repertoire wird von allen gemeinsam besprochen. Jährlich kommen etwa zehn neue Lieder hinzu, meistens Stücke mit Volksliedcharakter. "Zurzeit singen wir allerdings gerne uralte Schlager", sagt Undine Bühnemann, von den Tulpen aus Amsterdam oder der Fischerin vom Bodensee. Viele Schlager hat der Chor zu einem Medley zusammengeführt, Bernd Tröger begleitet auf seiner Gitarre.

"Manchmal holen wir auch unsere ganz alten Lieder wieder hervor", sagt Undine Bühnemann, "so bekommen wir eine schöne Mischung aus Altem und Neuem." Chorsängerin Heike Pforr verwaltet den Fundus, die neuen Lieder bringt meistens Nina Sinitsyna mit. "Manchmal erleben wir auch, dass wir ein Lied gar nicht hinbekommen", sagt Undine Bühnemann, "dann legen wir es zur Seite, und wenn wir es später wieder hervorholen, singen wir es problemlos."

Der Chor tritt 12 bis 15 Mal im Jahr auf, trägt dabei die charakteristischen hellgrünen Jacken, die Sommerfarbe ist hellblau. Das Frühlingsfest in der Zielitzer Bibliothek, das Adventskonzert in der Wolmirstedter Sparkasse und die Barbarafeier in der Katharinenkirche sind feste Termine, die seit Jahren im Chorkalender verankert sind. Das Schönste am Chor sei jedoch das Gemeinschaftsgefühl, dass sich jeder in das Vereinsleben einbringe. "Auch beim Singen muss man aufeinander hören und sich gegenseitig beistehen", sagt die Vorsitzende.

Das Beistehen bezieht sich auch auf die Sängerinnen und Sänger, die aus anderen Ländern nach Wolmirstedt gekommen sind. "Es sind die mit den tollen Stimmen", erzählt Undine Bühnemann. Anfangs singen sie den Text, ohne ihn komplett zu verstehen. Die Chormitglieder helfen beim Übersetzen.

Die Vereinsarbeit wird durch Mitgliedsbeiträge finanziert, von der Stadt unterstützt und außerdem helfen Sponsoren.