Ob es stürmt, schneit oder wie am Sonnabend schlichtes graues tristes Wetter herrscht, alle fünf Jahre setzt seit nunmehr 1955 mitten zur Karnevalszeit eine große Völkerwanderung ein.

Meseberg l 12 große, 15 kleine Fahrzeuge und Pkw sowie knapp 200 Akteure beteiligten sich am Sonnabend am großen Jubiläumsumzug anlässlich des 60. Geburtstages des Meseberger Carnevalvereins (MCV).

Pünktlich um 13 Uhr setzte sich der riesige bunte Tross von Meseberg aus kommend in Richtung Jersleben in Bewegung. Wobei die Karnevalisten Samswegen zunächst erst einmal links liegen ließen. Dafür wurde im stärksten Dorf der Welt auf dem Rückweg eine längere Rast vor dem (Dorf)Krug eingelegt.

Den Grund für den farbenfrohen "Ausflug" kannte der Vorsitzende des MCV, Steffen Schulze: "Zwar feiern die 420 Bewohner des Bördedörfchens Meseberg, darunter sind 37 aktive Karnevalisten, seit nunmehr 60 Jahren Karneval, aber einen Umzug von Dorf zu Dorf, konkret von Meseberg über Samswegen nach Jersleben und zurück, gibt es nur alle fünf Jahre. Und am Sonnabend war es mal wieder soweit."

Gegen 14 Uhr erreichten die Narren das Jersleber Bürgerhaus, wo sie das Zepter fest in die Hand nahmen, sangen und tanzten. Feuchtfröhlich, denn natürlich trugen sie bei den frostigen Temperaturen so manche "Wärmflasche" im Gepäck.

Wem vom närrischen Volk die Kälte dennoch in die Glieder gefahren war, dem konnten Jerslebens Feuerwehrleute mit Punsch und Bratwurst helfen. Auch dem Allerletzten aber wurde in Jersleben so richtig warm ums Herz, als sich gleich drei Prinzenpaare zeigten. "Auch das geschieht nur alle fünf Jahre", sorgte Steffen Schulze für Aufklärung. "Das sind zum einen das Kinderprinzenpaar mit Steffi und Ben Schulze, während Charlotte Brückner und Elias Penz bei den Schülern die Regentschaft übernahmen."

Ein lautstarkes "Meseberg Helau" ertönte bei den zahlreichen Zuschauern, als sich Bürgermeisterin Erika Tholotowsky und ihr Ehemann Axel im eleganten Zwirn zeigten. Familie Tholotowsky outete sich als langjährige Fans des Meseberger Karnevals. "Unsere Regentschaft im Jubiläumsjahr", so Erika III., "das ist zugleich eine Hommage an den Ort. Hier in Meseberg habe ich meinen Mann kennengelernt, haben wir uns viele Jahre wohl gefühlt, zählen zu den Stammgästen, sind die drei tollen Tage angesagt."

Der Aufenthalt in Jersleben dauerte knapp eine Stunde, bevor zum "Rückmarsch" mit Zwischenstopp in Samswegen geblasen wurde. Zurück in Meseberg wurde noch eine Ehrenrunde gedreht, bevor sich alle Teilnehmer auf "Stallmanns Saal" wieder trafen. Wie überliefert ist, gingen noch vor Mitternacht in Meseberg die Lichter aus. Wie Steffen Schulze aber verriet, ist das nur die Ruhe vor dem Sturm, "denn die drei tollen Tage kommen noch." So wird am 14. Februar, 20.11 Uhr, zur Festsitzung geladen, treffen sich tags darauf um 15.11 Uhr die Kinder zum Kostümball, bevor am 16. Februar mit dem Rosenmontagsball ab 20.11 Uhr die 60. Session ausklingt.

   

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