Mit der Prinzenkrönung, der Ehrung der Besten der Besten und einem furiosen Galaprogramm starteten die Narren vom Gauseberg in ihrem Vereinshaus in Gutenswegen in ihre Jubiläumssession.

Gutenswegen l Karneval, da verrät man den Kennern nichts Neues, das bedeutet knüppelharte und vor allem wochenlange, straff organisierte Arbeit. "Zumindest auf dem Niveau, wie wir es auf dem Gauseberg betreiben", versichert Marco Baumgarten, Präsident des Gauseberger Karnevalsvereins (GKV) "Rot-Weiß", "und erst recht, wenn, wie in diesem Jahr, die Jubiläumssession ansteht."

Der Präsident, mit Rückendeckung des Elferrates, hatte da nicht zu viel versprochen, kredenzte am Sonnabend dem närrischen Volk eine Prinzenkrönung, die in die Annalen der Vereinsgeschichte eingehen wird. Und die begann mit einer richtig guten Nachricht: So ließ Marco Baumgarten durchblicken, dass die Adelstitel in der Niederen Börde begehrt sind: "Nicht nur fürs Jubiläums-Jahr konnten wir ein Prinzenpaar unter Vertrag nehmen, nein, es liegen bereits schriftliche Bewerbungen für die nächsten drei Jahre vor."

Das wiederum interessierte zumindest an diesem Abend nicht wirklich einen. Obwohl, was wäre der Karneval ohne seine Majestäten? Mit Prinzenpaar der 60. Session, so raunte dann auch das fachmännische Publikum, "ist den Gausebergern ein echter Glücksgriff gelungen." Ringo List und seine Frau Stefanie waren die Glanzstücke einer an diesem Abend glanzvollen Show (und bleiben es noch bis zur 61 Session).

Nach der feierlichen Krönung allerdings war nichts wie es vorher war. Denn die Beiden dürfen jetzt nur noch als Prinz Ringo I. - Ritter der Dachhasen und seine Tollität Stefanie II. betitelt werden. Endgültig rechtskräftig wurde die Krönung, nachdem der amtierende Prinz Christian I. den Staffelstab, pardon, das Zepter übergeben hatte. Alteingesessene Karnevalisten, und von denen gab es an diesem Abend nicht wenige, erinnerten sich noch gut an den alten List. Soll heißen, dass Ringo nach 35 (!) Jahren seinem Vater auf den Thron folgte.

Damit nicht genug der Formalitäten. Bevor Baumgarten endgültig die Bühne für eine Wahnsinns-Galashow mit über 80 Mitwirkenden freigab, ehrte der Vorstand seine Vasallen. Und mit Conrad Theuerkauf traf es den Richtigen, bekam er den Ehrenorden des Vereins umgehängt. Was nämlich die wenigsten auf dem Saal wussten, ihr Conrad gründete einst die älteste Fußgruppe. Das allein ist keinen Orden wert. So steht der Gutensweger zudem seit 20 Jahren ohne jeden Versprecher in der Bütt und erfreut seit einem Jahrzehnt als Clown Conradi den Nachwuchs beim Kinderkarneval.

Freudentränen in den Augen nahm ein sichtlich gerührter Karnevalist die höchste Auszeichnung des Vereins entgegen. Der erste Jubiläumsorden in der 60. Session dagegen war einem Minister vorbehalten und das aus gutem Grund: Verkehrsminister Thomas Webel übernahm die Schirmherrschaft für die 25. Jahreshauptversammlung des Karneval Landesverbands am 28. November in Gutenswegen, wo der Karnevalsverein Gastgeber ist.

Übrigens: Am Gauseberg wird keiner vergessen. Alle, die über die Jahre zum Gelingen des Faschings in den Niederungen der Börde beigetragen haben, wurden auf die Bühne gerufen und geehrt.

Gilt es abschließend nur noch zu erwähnen, dass es eine lange und feuchtfröhliche Nacht wurde.

   

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