Im Stadtrat werden die Weichen für die Entwicklung Wolmirstedts gestellt. Im Vorfeld wird in den Ausschüssen um eine Willensbildung gerungen und das Ergebnis an den Stadtrat als Empfehlung weitergeleitet. Gudrun Billowie sprach mit Dirk Hummelt (CDU), dem Vorsitzenden des Bau- und Wirtschaftsausschusses.

Herr Hummelt, zurzeit steht ein Loch von zwei Millionen Euro im Raum. Wie gestaltet sich die Arbeit im Bau- und Wirtschaftsausschuss?

Dirk Hummelt: Das Riesenloch entsteht ja erst einmal dadurch, dass jeder seine Wünsche auf den Tisch gelegt hat. Wenn die endgültige Zahl vorliegt, heißt das, jeder hat einen Teil seiner Wünsche zurückgenommen.

Aber natürlich hängt uns eine schlechte wirtschaftliche Lage sehr an, denn der Bauausschuss arbeitet investiv. Allerdings gab es um das Jahr 2000 schon einmal eine Phase, in der kein Geld da war. Das hatte sich nach etwa einem Jahr wieder geregelt.

Welche Wünsche hätten Sie trotz klammer Kassen gerne erfüllt?

Neben der Verbesserung der Infrastruktur empfinde ich beispielsweise auch die Sanierung der alten Ohrebrücke, der sogenannten Hindenburgbrücke, als wichtig. Das ist ein emotional wichtiges Thema, vielen Bürgern bedeutet die Brücke etwas. Wir werden sehen, was machbar ist. Womöglich werden wir sie nur noch als Fußgängerbrücke nutzen können.

Der Bau- und Wirtschaftsausschuss kommt ja auch unabhängig von der wirtschaftlichen Lage zusammen. Was wird unabhängig von der Kassenlage beraten?

Auf jeden Fall kommt die Maßnahmetabelle auf den Tisch, der aus dem integrierten Stadtentwicklungskonzept hervorgegangen ist. Die aufgelisteten Maßnahmen sind nicht nach Prioritäten geordnet. Dieses Ordnen wird auch die Aufgabe des Bauausschusses sein. Die gewichtete Maßnahmetabelle werden wir dem Stadtrat empfehlen.

Wofür muss ohne Wenn und Aber unbedingt Geld in die Hand genommen werden?

Zuerst einmal für alle Maßnahmen, die der Gefahrenabwehr dienen. Dazu gehört die Reparatur von Lampen oder kaputten Straßen.

Wir müssen außerdem immer genau hinschauen, ob wir Eigenmittel für Förderprogramme bereitstellen sollten, mit deren Hilfe die Entwicklung der Stadt vorangebracht werden kann.

Weiterhin ist es wichtig, dass wir uns an Maßnahmen beteiligen, bei denen andere mit im Boot sind. Ein Beispiel dafür ist die Sanierung der Triftstraße, die zusammen mit dem Wolmirstedter Wasser- und Abwasserzweckverband erfolgt.

Woher wissen die Mitglieder des Bauausschusses, was für die Stadt wichtig sein könnte?

Wir leben hier und wir reden oft miteinander, auch privat und außerhalb der Beratungen. Außerdem legt die Verwaltung Vorschläge vor und auch Bürger sprechen uns an.

Was liegt den Bürgern besonders am Herzen?

Sie reagieren zum Beispiel besonders dann, wenn sich wieder ein großer Markt ansiedeln will. Auch die Gestaltung von Straßenräumen bewegt die Gemüter.

Die Bürgerbeteiligung ist also groß?

Ich werde oft auf der Straße angesprochen. Allerdings wünsche ich mir, dass mehr Bürger zu unseren Ausschusssitzungen kommen und sehen, wie und warum wir Entscheidungen treffen. Sie dürfen sich zwar zu den Themen der Tagesordnung nicht äußern, können aber andere Impulse einbringen.

Der Bauausschuss befasst sich auch mit der Änderung des Flächennutzungsplanes und der Änderung von Gewerbeflächen...

Die Verwaltung kennt die Fakten und arbeitet Vorschläge aus. Damit befassen wir uns. Ein wichtiges Thema ist beispielsweise die Ausweitung der Gewerbegebiete Nord II und Nordmose. Damit zeichnen wir auf lange Sicht deren Entwicklung vor. Ob diese Flächen genutzt werden, ist eine andere Sache.

Was ist Ihr persönliches Lieblingsthema?

Die nach dem Abriss von Häusern entstanden freien Flächen und die Frage, was müssen wir langfristig tun, um die Leute in der Innenstadt zu halten. Der Lindenpark und Magdeburg ziehen die Kunden ab. Deshalb sollten wir unbedingt an der jetzigen Parkregelung festhalten und keine Gebühren einführen. Ich halte die Kontrolle der Parkzeit durch Politessen für die bessere Variante, so, wie es jetzt läuft.