Hohe Börde l In Vorbereitung auf die Sitzung des Gemeinderates am kommenden Dienstag haben sich die Mitglieder des Hauptausschusses und des Kulturausschusses mit einem Grundsatzbeschluss befasst. Dieser soll die künftige Hortbetreuung der Irxleber Grundschüler in geordnete Bahnen lenken. Diese ist notwendig, nachdem das Landesschulamt zwar der Fusion der Irxleber und der Eichenbarleber Grundschulen zugestimmt, aber die aus Platzgründen nötige Übergangslösung mit einer Außenstelle in Eichenbarleben versagt hat. Vorgesehen war, dass die Gemeinde während des Übergangsjahres in dem Gebäude am Irxleber Siegweg, das jetzt noch die Polizei nutzt, neue Horträume schafft. Doch das Landesschulamt grätschte mit seiner Entscheidung dazwischen.

Bevor der Grundsatzbeschluss in beiden Ausschüssen gefällt wurde, schallte eine Menge des Unmutes der entscheidenden Ratsmitglieder in Richtung Landesschulamt. So erklärte Jürgen Kebernik (CDU), der in beiden Ausschüssen mitarbeitet: "Wir haben uns für vier leistungsstarke Schulstandorte entschieden und das unter Protest der Bürger durchgestanden. Aus Platzgründen haben wir die Außenstelle Eichenbarleben für ein Jahr in unseren Plan aufgenommen und jetzt bringt uns die Ablehnung außer Rand und Band." Welches die schulorganisatorisch-fachlichen Nachteile sind, die in der Begründung des Landesschulamtes nicht genauer benannt werden, hätte er gern gewusst. Die Verwaltung der Gemeinde Hohe Börde musste diese Antwort zunächst schuldig bleiben.

Kritik am Sinneswandel der Landespolitik

Dass der Hort mit der neuen Entscheidung des Amtes nun aus den Räumen ausziehen muss, die er bisher immer genutzt hat, wollte sich Hauptausschuss-Mitglied Ernst Daenecke (CDU), nicht vorschreiben lassen. Die Platzgründe seien im Antrag auf die Einrichtung der Außenstelle klar beschrieben gewesen. Auch fragte er sich, wer das bezahlen sollte, wenn die Eichenbarleber Kinder in Irxleben beschult und anschließend in den Hort nach Eichenbarleben gefahren werden müssten.

Andy Zacke (CDU) monierte im Hauptausschuss, dass im Land ständig neue Entscheidungen getroffen werden. "Ich habe mich bei meiner Entscheidung zur Schulentwicklungsplanung auf die Aussagen des Landes verlassen und das hätte was Vernünftiges werden können", erklärte er. Wolfgang Schmid (FWG) verwahrte sich dagegen, einen "Eiertanz" zu machen. "Wir verlieren unser Gesicht gegenüber den Eltern und Kindern", fügte er an.

"Wir haben unser Schulkonzept und sollten daran auch festhalten", mahnte Jörg Stern (Die Linke) im Kulturausschuss. Rottmerslebens Ortsbürgermeister hatte zuvor die Gelegenheit genutzt, darauf hinzuweisen, dass die Regelung mit der Mindestschülerzahl von 80 pro Grundschule inzwischen gekippt worden ist und so auch die Möglichkeit besteht, alle Schulen der Hohen Börde zu erhalten. Bornstedts Ortsbürgermeister Andreas Arnecke ergriff ebenfalls das Wort: "Größere Schule heißt nicht immer auch mehr Qualität." Auch Jürgen Kebernik erteilte dem Einwurf eine Abfuhr, in dem er kleinere Schulen für die Hohe Börde als nicht mehr zeitgemäß einstufte.

Der Gemeinderat hat sich mit seinem Beschluss im Juli vergangenen Jahres für den langfristigen Erhalt der Grundschulen Niederndodeleben, Irxleben, Hermsdorf und Bebertal ausgesprochen. In Hermsdorf ist der Bau eines neuen Schulzentrums geplant.

Bezüglich des Schulstandortes und des Hortes in Irxleben sah sich Bürgermeisterin Steffi Trittel als Anwalt der Kinder und mahnte zu einer vernünftigen Entscheidung, auch wenn die Versagung der Außenstelle jetzt ein Jahr früher die Wende bringt. Ihrer favorisierten Meinung nach sollte nun das Gebäude am Irxleber Siegweg für den Hort hergerichtet werden. Die STARK III-Maßnahme, die für Ende dieses Jahr geplant war, sollte dann angeschlossen werden, wenn die Fördermittel fließen. Das sei dann auch die geplante Endlösung - im Beschluss unter Variante B vermerkt.

Dem stimmten sowohl der Hauptausschuss als auch der Kulturausschuss einstimmig zu und gaben somit die entsprechende Empfehlung an den Gemeinderat. Alternativ könnten die Eichenbarleber Kinder nach der Variante A weiterhin im Eichenbarleber Hort betreut werden. Bis zur Gemeinderatssitzung soll auch eine Umfrage betroffener Eltern aus Eichenbarleben, Ochtmersleben und Mammendorf zeigen, welchen Hortstandort sie für ihre Kinder favorisieren.