Das Landesschulamt hat die Schulaußenstelle in Eichenbarleben versagt und dem Gemeinderat eine erneute Entscheidung für die Zukunft auferlegt. Der Rat moniert die Handlungsweise.

HoheBörde l Der Frust war groß in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend. "Warum beschließen wir hier Dinge, die dann andere Leute einfach vom Tisch fegen?", fragte der Ochtmersleber Ortsbürgermeister und Gemeinderat Günter Kohl (CDU) direkt, als es erneut um die Schulentwicklungsplanung und deren Folgen ging.

Konkrete Informationen zur Amtsentscheidung fehlen

Da das Landesschulamt zwar der Fusion der Grundschulen Irxleben und Eichenbarleben zugestimmt, aber die Einrichtung einer Außenstelle in Eichenbarleben versagt hat, musste nun per Beschluss eine Lösung für die Hortbetreuung getroffen werden. "Ich vermisse die Achtung unserer kommunalpolitischen Arbeit", merkte Ratsherr Jörg Stern (Linke) an, während Heinz Ehrecke (CDU) die Abstimmung verweigerte und der Landesregierung dilettantenhaftes Arbeiten vorwarf. "Der demografische Wandel zeigt uns, dass wir hier viel für die Bürger tun", schob er nach. Wolfgang Schmid (FWG) sprach sicher für viele seiner Ratskollegen, als er seinen Wunsch äußerte, dass mal ein Mitarbeiter des Landesschulamtes vor den Räten Stellung zu der negativen Entscheidung beziehen sollte.

Zumal aus Sicht der Gemeinderäte noch einige Fragen offen geblieben sind. Unter anderem auch, was konkret die schulorganisatorisch-fachlichen Nachteile sind, die gegen die vorübergehende Einrichtung der Schulaußenstelle in Eichenbarleben sprechen? Auskunft dazu hatte auch die zuständige Sachbearbeiterin der Gemeinde Hohe Börde, Katja Salomon, auf Nachfrage beim Landesschulamt nicht erhalten. Ein Protokoll zum Erörterungstermin beim Landkreis mit einem ausgewählten Personenkreis, der der schriftlichen Absage zur Schulaußenstelle vorausging, gibt es nicht. "Das ist eine Frechheit", klang es aus dem Mund von mehreren Räten.

Viele von ihnen konnten es auch nicht fassen, dass ein einziges Übergangsjahr jetzt neue Entscheidungen nötig macht, die den Unmut der Betroffenen weckt und zudem die Gemeinde ungeplant Geld kostet. Nach dem mehrheitlich gefassten Beschluss sollen die Kinder aus Eichenbarleben, Mammendorf und Ochtmersleben künftig nicht nur in Irxleben unterrichtet werden, sondern auch den Hort hier besuchen. Beim Beschluss wurden die Empfehlungen vom Haupt- und vom Kulturausschuss sowie der Willen der meisten betroffenen Eltern aus Eichenbarleben, Ochtmersleben und Mammendorf berücksichtigt.

Horträume werden im Siegweg 4 hergerichtet

Um den durch die Beschulung aller Eichenbarleber Grundschüler in Irxleben entstehenden Platzmangel zu überbrücken, soll das bisherige Verwaltungsgebäude, in dem die Polizei (Siegweg 4) untergebracht war, kurzfristig für eine mögliche Hortbetreuung hergerichtet werden. Eigentlich war der Umbau des Gebäudes zum Hort mit Fördermitteln aus dem STARK III-Programm für 2016/17 geplant.