Wolmirstedt (gbi) l In Farsleben gibt es den Moordahlberg und den Moordahlsee. Der Berg eignet sich im Winter hervorragend zum Schlittenfahren, der See wird als Angelgewässer genutzt. Beides zusammen ist ein flächenhaftes Naturdenkmal, dessen Bezeichnung für Irritationen sorgt. "Das heißt doch Moortalsee und Moortalberg", sagt Leserin Gisela Herrmann, nachdem wir ein paar Mal über Mohrdahlsee und Mohrdahlberg berichtet haben. Schließlich wohne sie in Wolmirstedt auch in der Moortalstraße und nicht in der Mohrdahlstraße. "Mohrdahl" wäre lediglich eine mundartliche Bezeichnung, glaubt sie.

In der Tat scheint die Benennung etwas knifflig zu sein. Gisela Herrmann verweist auf das Internet. Auf einem Anglerportal wird der See als Moortalsee bezeichnet und ist sogar mit einer Gewässer-Nummer versehen, der 5708. Weitere Bürger erzählen, sie hätten früher in der Schule ebenfalls die Bezeichnungen Moortalsee und Moortalberg gelernt.

Auch Heimatdichter Otto Zeitke schreibt im zweiten Teil seiner "Straßengesichter meiner Stadt" vom Moortalsee. Diesem See verdankt die Moortalstraße offenbar ihren Namen. Als sie entstand, schreibt Zeitke, "war nicht mehr vorhanden, als der festgefahrene Weg, zweispurig, dahinter einige halbfertige Häuschen, zwei, drei Baugruben, abgesteckte Parzellen." Der Namensfinder Adolf Gerecke habe damals laut gedacht: "Der Seegraben fließt von hier jedenfalls ins Moortal hin." Also wurde die Straße Moortalstraße genannt.

Aber: Wer heute zum Rodeln oder Spazierengehen den Berg in Farsleben betritt, findet eine Informationstafel. Sie wurde vom Landkreis aufgestellt und auf dieser Tafel sind genau die Bezeichnungen aufgeführt, die sehr mundartlich klingen. Flächenhafte Naturdenkmale "Mohrdahlberg" und "Moordahlsee" ist als Überschrift über einen erklärenden Text gestellt. Der Landrat hat unterzeichnet.

Dieter Torka ist der Fachdienstleiter Umwelt und Natur im Landkreis. "Beide Bezeichnungen sind gebräuchlich", sagt der Experte, "aber die Bezeichnung als Naturdenkmal lautet eindeutig Moordahl."

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