Die Vereine in der Niederen Börde sollen an den Betriebskosten für die Sportanlagen beteiligt werden - auch, um den Haushalt zu konsolidieren. In Samswegen besteht die Sorge, dass dabei der Sport im Ländlichen auf der Strecke bleibt.

Samswegen l Im Rahmen der Haushaltskonsolidierung der Gemeinde Niedere Börde stehen nun auch die Sportstätten und ihre Nutzung auf dem Prüfstand. Aktuell wird das Thema auf der Gemeinderatssitzung Ende März. Geht es nach der Verwaltung, sollen die Sportvereine aus der Niederen Börde in Zukunft "angemessen" an den Betriebskosten beteiligt werden.

"Die Vorgaben", so sieht es zumindest der Samsweger Ortsbürgermeister Burkhard Wohlfarth (CSU), "sind rekordverdächtig und durch die Mitglieder der Sportvereine, die letztlich die Rechnung zahlen, nicht zu stemmen."

Die Skepsis des Ortsbürgermeisters ist nicht unbegründet. Denn die Belastungen des Haushaltes durch die Ausgaben für Sporteinrichtungen, so heißt es in der Beschlussvorlage, müssen deutlich gesenkt werden. Im Raum stehen 134000 Euro in den nächsten vier Jahren. Und zur Kasse gebeten werden die Vereine in Dahlenwarsleben, Groß Ammensleben, Gutenswegen, Meseberg, Jersleben und Samswegen, die über Sporthallen und -plätze verfügen.

Für die Mitglieder des SSV Samswegen würde es im konkreten Fall bedeuten, dass sich der monatliche Beitrag um 2,53 Euro erhöht, erläutert Wohlfarth im Anschluss an die jüngste Ortschaftsratssitzung. Doch der Ortsbürgermeister sieht die Summe als nicht realistisch.

Die Hochrechnung, die dem Ortschaftsrat aus Groß Ammensleben vorliegt, bezieht sich auf eine Mitgliederzahl von 388. Wie Burkhardt Wohlfahrt aber betont, gab es hier seitens des Vereins sofort Einspruch. "Der SSV ist der Meinung, wenn eine Umlage der Kosten, dann auf jene, die die Sportanlagen auch nutzen. Das würde bedeuten", so der Ortsbürgermeister, "dass die Pferdesportler und die Samsbader, insgesamt mehr als 50 Mitglieder, aus der Statistik raus zu rechnen sind."

Alexandra Cop, Vorsitzende des SSV Samswegen, spricht daher von einer zu erwartenden Beitragserhöhung von monatlich zehn Euro, "damit aber würde man den Sport im Ländlichen kaputt machen. Die Betroffenen wären vor allem die Kinder und Jugendlichen". Noch drastischer sieht Fußball-Abteilungsleiter Jürgen Wunderlich die zu erwartende "Preiserhöhung".

Erstaunen und große Verwunderung bei den Ortschaftsräten, als ihnen zur Sitzung die Gesamtbetriebskosten für die Sporthalle und -platz einzeln aufgelistet wurden. Für 2014 belaufen sie sich auf insgesamt 85 210 Euro. Was nicht nur der Ortsbürgermeister dabei als völlig überzogen sieht, sind die 20848 Euro, mit denen allein der Betriebshof veranschlagt ist. Nach seiner Meinung sind auch die anfallenden Reinigungskosten von jährlich 13570 Euro zu hinterfragen.

"Da sehe ich große Reserven", meint abschließend Wohlfarth, "wenn hier alle möglichen Einsparungen ausgeschöpft sind, erst dann sollten wir über die anteiligen Betriebskosten sprechen, die auf die Vereine zukommen."