Das Dach des Feuerwehrgerätehauses in Wolmirstedt bedarf einer dringenden Sanierung. Die Dachpappe löst sich ab, der Schutz vor eindringender Feuchtigkeit ist nicht mehr gewährleistet. Nun muss entschieden werden, ob das Dach trotz der städtischen Finanznot erneuert wird.

Wolmirstedt l Die Dachpappe auf dem Gerätehaus der Feuerwehr schlägt Wellen. Einzelne Streifen lassen sich problemlos lösen. In der Mitte wurde das Dach bereits großflächig geflickt, aber um das Durchregnen dauerhaft zu verhindern, ist eine grundhafte Sanierung notwendig. Dafür sind im Haushaltsplan 2015 Mittel bereitgestellt, 45000 Euro für das Dach der Fahrzeughalle, 8000Euro für das Dach der Doppelgarage auf dem Hof. Weiterhin soll mit 10000Euro die Heizung ersetzt werden. Weitere 46600 Euro sind für Schutzhelme, Schutzbekleidung, Schulungen und weitere Ausrüstungsgegenstände aufgeführt.

Das ist viel Geld für einen Haushalt, der ein Loch von 2,3Millionen aufweist. Dennoch: "An der Feuerwehr sollten wir nicht sparen", machte Marko Kohlrausch, Fachdienstleiter Finanzen im Wolmirstedter Rathaus, deutlich.

Das letzte Wort sprechen die Stadträte. Die müssen ein Konsolidierungskonzept erstellen und den Rotstift ansetzen. "Ich werde mich dafür einsetzen, dass die Investitionen für die Feuerwehr im Haushaltsplan stehen bleiben", hatte Detlef Horstmann (Linke) auf der Jahreshauptversammlung der Ortsfeuerwehren Wolmirstedt und Mose versprochen.

Es stehen noch nicht einmal alle notwendigen Feuerwehr-Investitionen im Haushaltsplan. Manche sind erwähnt, aber von vornherein nicht auf die Rechnung genommen worden. Sonst wäre das Haushaltsdefizit noch viel größer.

Zu den nicht beachteten Wünschen gehört eine Alarmanlage im Wert von 5000 Euro. Ihr Fehlen ist nach dem Einbruch im Wolmirstedter Gerätehaus Anfang Dezember wieder besonders schmerzhaft bemerkt worden. Damals hatten Unbekannte mehrere Kettensägen sowie eine Tauchpumpe mitgenommen.

Weitere Schwachstellen sind die Betonplatten auf dem Hof. Sie weisen große Schlaglöcher auf, der Beton bröselt. Auf diesen Misstand hatte Ortswehrleiter Marko Reinhardt im Rahmen der Jahreshauptversammlung hingewiesen. Die Löcher seien einerseits für die Reifen der Einsatzfahrzeuge schädlich und andererseits bergen sie für die Kameraden eine Verletzungsgefahr.

Ebenfalls bekannt, aber nicht berücksichtigt, ist die fehlende Abgassaugvorrichtung im Gerätehaus. Die ist nötig, weil sich die Kameraden im Gerätehaus umziehen, dort, wo auch die Fahrzeuge stehen. Eine ordentliche Entlüftung wäre im Sinne der Gesundheit der Retter notwendig. Dafür müssten rund 25000 Euro berappt werden.

Weiterhin ist die Sanierung des Moser Dorfteiches aus der Planung gefallen. Nicht einmal die 2000 Euro Planungskosten sollen zur Verfügung gestellt werden. "Der Dorfteich ist auch eine Löschwasserentnahmestelle", hatte Moses Ortswehrleiter Thomas Nagel bei der Jahreshauptversammlung deutlich gemacht und an die Entlüftungsaktion des Teiches im vergangenen Sommer erinnert. "Wir mussten das Ansaugen des Wassers nach jeweils 20 Minuten unterbrechen, weil die Filter mit Schlamm und Algen verstopft waren. Ein sicheres Einbringen der Sauglängen ist nicht gewährleistet."

Die Wolmirstedter Kameraden sind im vergangenen Jahr 117 Mal ausgerückt, haben unter anderem Brände gelöscht, Ölspuren beseitigt, Menschen in Krankenautos getragen und Bäume gesichert, denen beim Sturm die Äste verloren gegangen waren.