GroßAmmensleben l Die 1050-Jahr-Feier vom 26. bis 28. Juni in Groß Ammensleben rückt mehr in den Fokus. Aus diesem Grund hatte auch die Kulturhistorische Gesellschaft in die Gaststätte "Zur Post" eingeladen. Den Mitgliedern ging es darum, mehr über die älteste nachweisbare Geschichte des Ortes zu berichten und darüber hinaus mit Interessierten über die jüngere Vergangenheit ins Gespräch zu kommen.

Das geschah nicht unvorbereitet. Im Dezember erschien eine kleine Schrift mit dem Titel "Das Steinzeitdorf Groß Ammensleben". Wie Präsident Rüdiger Pfeiffer berichtet, wurde damit gewissermaßen der Auftakt zum Jubiläum der 1050. Wiederkehr der urkundlichen Ersterwähnung des Ortes Groß Ammensleben im Jahr 965 gegeben. Das Jugendbuch des ehemaligen Lehrers Walter Matthies erzählt die Geschichte einer ansässigen Dorfgemeinschaft, die sich in der Jungsteinzeit vor etwa 5000 Jahren gegen die Angriffe von Wandervölkern auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen verteidigen muss. Der Autor griff dabei Ergebnisse der archäologischen Ausgrabungen Ende der 1920er Jahr im Zusammenhang mit den Vorbereitungen zum Bau des Mittellandkanals auf. Dabei wurden die ersten nachweislichen Spuren der Besiedelung gefunden und damit der Begriff der "Groß Ammensleber Kultur" geprägt, der in der Archäologie seinen Platz gefunden hat.

In seinem Vortrag führte Rüdiger Pfeiffer anhand von Bildprojektionen in die Zeit der Steinzeitmenschen ein, über die die Geschichtswissenschaft inzwischen erheblich mehr Erkenntnisse gewinnen konnte. Der Referent zeigte auch Fotos von den Ausgrabungen, die bei Erweiterungsgrabungen am Mittellandkanal von Groß Ammensleben aus zur Jersleber Brücke hin bei neuen Funden zutage gefördert wurden.

Danach wurde gedanklich ein gewaltiger Schritt ins 20. Jahrhundert vollzogen. So berichtete beispielsweise eine Besucherin von Aufsätzen über das Leben in Groß Ammensleben, die existieren und die Anfang der 1930er Jahre in Schulklassen geschrieben worden sind und die lebendige Zeugnisse jener Jahre darstellen. Mit Freude nahm Eva Isensee das Angebot an, einen Blick in die Aufsatzhefte zu werfen, die in gestochen schöner Sütterlin-Schrift vorliegen. Sie leitet gerade ein Projekt der Kulturhistorischen Gesellschaft zu Handwerksbetrieben, Gastwirtschaften und Geschäftsleuten zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Mit dieser Runde, so Pfeiffer,wurde ein weiterer Schritt auf dem Weg zur 1050-Jahr-Feier getan.