Wolmirstedt l Strolch geht gerne spazieren. Der Hund genießt das Streifen durch Wald und Flur. Allerdings dürfen Strolch und alle anderen Hunde die frische Luft seit dem 1. März nur noch an der Leine genießen. Von diesem Tag an bis zum 15. Juli herrscht Leinenzwang.

"Dieser Leinenzwang dient dem Schutz des Jungwildes", erklärt Andreas Kriebel, der Leiter des Forstbetriebes Altmark. Jetzt beginnt die Zeit, in der Rehe und anderes Wild Junge bekommen und die sollen durch freilaufende Hunde weder aufgescheucht noch bedroht werden.

Außerhalb der Zeit des Leinenzwangs dürfen Hunde auch mal von der Leine gelassen werden. "Ich stehe sehr dafür, dass Hunde auch mal frei herumlaufen dürfen", stellt Andreas Kriebel klar, "allerdings müssen Hundehalter ihre Tier im Griff haben und dürfen sie nicht unbeaufsichtigt lassen." Sie sollen weder Mensch noch Tier gefährden.

Brigitte Schulze lebt in Mose und hat bei ihren Spaziergängen mit Strolch schon andere Zeitgenossen erlebt. "Es gibt Hundebesitzer, deren Hunde bedrohlich auf Spaziergänger zurennen", erzählt sie, "und auf Hinweise, die Tiere doch anzuleinen, sehr barsch reagieren."

Ein solches Verhalten ist nicht nur unangenehm, sondern kann auch böse Folgen haben. "Dadurch entstehen Störungen im Jagdbetrieb", sagt Andreas Kriebel. Außerdem können Hunde und Wölfe aneinander geraten.

In den Wäldern sind regelmäßig Jäger unterwegs. Das Küchenhorn und die Ohrewiesen sowie die angrenzenden Ackerflächen werden regelmäßig bejagt. Das Wild ist mitunter auch tagsüber sichtbar. Rehe äsen oft zwischen Mose und Wolmirstedt gesichtet, aber auch in Elbeu. Die Beunruhigung dieses Wildes durch Hunde kann auch den Menschen großen Schaden zufügen. "Wenn freilaufende Hunde das Wild aufscheuchen, wechselt es mitunter die Straßenseite", erklärt Jagdpächter Heiko Stietzel. Am Abend kehre es dann im Schutze der Dunkelheit in sein angestammtes Revier zurück. Dadurch können vermehrt Wildunfälle entstehen.

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