Die Friedhöfe der Stadt sorgen immer wieder für Gesprächsstoff. Besucher beklagen fehlende Toiletten in Wolmirstedt und in Glindenberg müsste eine marode Mauer eigentlich ersetzt werden. Die Finanzierung dafür ist allerdings noch äußerst wacklig.

Wolmirstedt l Die letzte Ruhestätte ist hergerichtet. Angehörige sind gekommen, um Abschied zu nehmen. Die Trauerhalle ist mit Blumen geschmückt, die Trauergäste verneigen sich, es folgt die Trauerrede, Musik erklingt und schließlich beginnt der letzte Gang bis zur Ruhestätte. Die Zeremonie des endgültigen Abschieds braucht Ruhe, Geduld, Würde und wehe, wem da die Blase drückt.

"Auf dem Friedhof fehlen Toiletten", beklagt eine Leserin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Zwar sei es möglich, in dem Häuschen zu "verschwinden", dass die Eigenbetriebs-Mitarbeiter als Dienstunterkunft nutzen, aber das sei eine Notlösung, denn die stehen nicht immer zur Verfügung.

Alternativ gibt es die öffentlichen Toiletten hinter dem Rathaus. "Trauergäste, die ihr Auto dort auf dem Parkplatz abstellen, nutzen diese auch", weiß Simone Heiß. Aber vom Rathaus zum Friedhof sind ein paar Schritte zu laufen.

Simone Heiß arbeitet im Fachdienst Planung und Immobilien des Rathauses und ist gleichzeitig Vorsitzende des Betriebsausschusses. Sie zeigt Verständnis für den Wunsch der Bürger, auch direkt auf dem Friedhof so eine öffentliche Toilette vorzufinden. "Ich werde das Thema im Betriebsausschuss am Montag ansprechen", sagt Simone Heiß, "und dann müssen wir sehen, wie wir damit umgehen."

Marode Mauer in Glindenberg muss ersetzt werden

Im Glindenberger Ortschaftsrat wurde über die marode Begrenzung auf dem örtlichen Friedhof diskutiert. Ortsbürgermeisterin Gerhild Schmidt (CDU) sagt, die alte Ziegelmauer sei arg einsturzgefährdet. Ortsrat Andy Opitz (SPD) bestätigt das und macht besonders das Stück zwischen dem Friedhof und einer Wohnbebauung als Gefahrenquelle aus. Vor allem dieses Stück muss gesichert werden.

"Wollen wir an dieser Stelle wieder eine Mauer errichten lassen oder geben wir uns mit einem Zaun zufrieden", stellte Gerhild Schmidt zur Debatte. Angesichts der knappen Stadtfinanzen sei womöglich auch eine preisgünstigere Variante möglich. Auf diese Überlegung wollten sich die Ortschaftsräte jedoch gar nicht einlassen. Der gemeinsame Tenor lautete: Die Mauer bleibt stehen.

"Wir können doch dort keinen Zaun hinstellen, womöglich noch einen Maschendrahtzaun", sagte Gisela Gerling-Koehler (FDP), "das würde in keiner Weise dem Charakter unseres Friedhofes entsprechen." Die anderen Ortschaftsratmitglieder folgten dieser Meinung, vor allem deshalb, weil hinter diesem Stück Mauer ein Grundstück mit einem Einfamilienhaus anschließt.

Im Entwurf des Haushaltsplanes sind für Investitionen auf den Wolmirstedter Friedhöfen rund 37000 Euro als Zuschuss an den Eigenbetrieb Wirtschaftshof aufgelistet. Allerdings ist das letzte Wort dazu noch nicht gesprochen, denn Stadtverwaltung und Stadtrat müssen demnächst den Rotstift ansetzen. Im Haushalt klafft ein Loch von 2,3 Millionen Euro.