Wolmirstedt (gbi) l Statt der bisher bekannten 2,3 Millionen Euro Schulden im Stadthaushalt beträgt das Minus jetzt "nur" noch 1,9 Millionen Euro. Das verkündete Rathaus-Finanzchef Marko Kohlrausch am Donnerstagabend im Finanzausschuss. Innerhalb des Rathauses habe es angesichts der prekären Finanzlage Streichungen gegeben, teilte der Finanzer mit.

Weiterhin hat der Finanzausschuss mehrheitlich zugestimmt, von den rund eine Million Euro Rückstellungen eine halbe Million wieder dem Stadthaushalt zuzuführen. Gehen die 500000Euro in den Haushalt zurück, schrumpft der Schuldenberg auf 1,4 Millionen Euro. Noch muss jedoch der Stadtrat zustimmen.

Die Rückstellungen waren gebildet worden, weil mit eventuellen Fördermittelrückforderungen im Zusammenhang mit der Jahnhalle gerechnet worden war. Bisher liegt nichts vor, allerdings gibt es auch noch kein Schreiben, das Wolmirstedt definitiv von Rückforderungen entbindet.

Der Schuldenberg kann noch kleiner werden. Durch Abschreibungen, die in der doppischen Haushaltsführung berücksichtigt werden, sollen noch einmal 800000 Euro weniger Minus vorhanden sein. Tritt alles so ein, wie Marko Kohlrausch derzeit errechnet hat, könnte der Fehlbetrag nur noch 600000 Euro betragen.

Angesichts dieser immer neuen Rechenergebnisse fällt es den Mitgliedern des Finanzausschusses schwer, ein Konsolidierungskonzept zu erarbeiten. Zumal noch immer nicht klar ist, wie hoch die Summe ist, die die Stadt an die freien Träger von Kindertagesstätten überweisen muss. Bisher wird von 800000 Euro ausgegangen. Auf diese Summe hat die Stadt jedoch keinen Einfluss, weil sie von den Verhandlungen zwischen freien Trägern und Landkreis ausgeschlossen ist und das Ergebnis nur abwarten kann.

"Wir haben immer noch vor, den Haushalt im April zu verabschieden", gibt sich Finanzausschussvorsitzender Kurt Prilloff (CDU) optimistisch. Doch auch in ihrer Donnerstag-Sitzung konnten sich die Mitglieder nicht auf konkrete Konsolidierungsmaßnahmen einigen. Immer wieder wurde das zu erarbeitende Sportstättenkonzept erwähnt, der Wegfall eines Stadions, es geisterten Sätze von steigenden Kita-Gebühren durch den Ratssaal. Auch die Beteiligung der Vereine an den Betriebskosten für die Sportstätten soll neu überdacht werden.

Die jetzige Regelung, nach der Vereine einen Euro pro Trainingseinheit bezahlen, erschien den Finanzausschussmitgliedern ungerecht, da die Anzahl der Sportler dabei nicht berücksichtigt werde.

Ohne Ergebnis wurde die Diskussion auf den Hauptausschuss am 30.März vertagt.