Der Frühjahrsputz auf der Domäne in Groß Ammensleben lockte nicht ganz so viele Helfer an, wie in den vergangenen Jahren. Trotzdem wurden Müll weggeräumt und Stiefmütterchen bepflanzt.

GroßAmmensleben l Bärbel Pfeiffer und Eva-Maria Isensee haben sich vor der Kälte in die Scheune auf der Domäne zurückgezogen. Dort machen sie sich an einem großen Sack Blumenerde zu schaffen, befüllen mit der Erde die Blumenkästen und pflanzen violette und gelbe Stiefmütterchen hinein. Die schmücken ab sofort die Fensterbänke des Informationszentrum. Andere Frauen bepflanzen die Kübel, die überall auf der Domäne verteilt sind, während die Männer den Winterschmutz zusammenfegen.

"Wir erledigen den Frühjahrsputz schon im Hinblick auf unsere 1050-Jahr-Feier, die im Sommer gefeiert wird", sagt Rüdiger Pfeiffer von der Kulturhistorischen Gesellschaft. Vom 26. bis 28. Juni sollen auf der Domäne zahlreiche Aktionen Besucher locken. Die Planungen dafür laufen in der Gemeinde und den Vereinen bereits auf Hochtouren.

Den Teich an der Domäne pflegen die Angler. Auch von ihnen sind nicht so viele zum Frühjahrsputz gekommen, wie in den Jahren zuvor. "Vielleicht liegt es am ungemütlichen Wetter", versucht Rüdiger Pfeiffer eine Erklärung. Diejenigen, die da sind, holen Laub aus dem Wasser und bringen das Umfeld des Teiches in Ordnung.

Etwas abseits, am Schäfertor rücken Jugendliche zusammen mit dem Sozialarbeiter Steffen Niemann dem Unrat zuleibe. Die anderen seien zu einem anderen Projekt nach Dessau unterwegs, sagt Niemann.

Dem Zugang durch das Schäfertor auf die Domäne wird von der Kulturhistorischen Gesellschaft eine besondere Bedeutung beigemessen. Vor dort aus haben Besucher einen schönen Blick auf das Ensemble, das von der ehemaligen Klosterkirche St. Peter und Paul geprägt ist. Diese Kirche ist Bestandteil der Straße der Romanik.

Schon lange kämpfen die Gemeinde und die Mitglieder der Kulturhistorischen Gesellschaft um Mittel für die Sanierung des Schäfertores. Die Stabilität des Dachstuhls ist nicht mehr gewährleistet, er musste 2012 gestützt werden. Nach Wochen der kompletten Schließung wegen der Arbeiten ist seither nur ein Teil des Tores passierbar. Der Rest musste sicherheitshalber durch einen Bretterzaun abgetrennt werden.

Eine Verjüngungskur haben lediglich die beiden Stifterfiguren erfahren. Mönch und Ritter, die eigentlich der Heilige Benedict und Graf Diederich II. von Ammensleben sind, wurden 2010 heruntergenommen und in Haldensleben restauriert. Inzwischen wachen die beiden wieder über Wohl und Wehe der Domäne.

Bilder