Kommt am Donnerstag der Kreisseniorenrat zusammen, wird wieder kein Vertreter der Stadt Wolmirstedt dabei sein. Klaus Heuer, der sich auf einen Aufruf hin gemeldet hatte und mitarbeiten wollte, fühlt sich vor den Kopf gestoßen und hat die Bereitschaft zurückgezogen.

Wolmirstedt l Die Stadt Wolmirstedt hat noch nie einen Vertreter in den Kreisseniorenrat entsandt. Es hat sich allerdings auch niemand um die ehrenamtliche Aufgabe gerissen. Nun hatte die Stadt jedoch einen Aufruf gestartet, wollte wissen, ob nicht doch jemand Lust hätte, die Interessen der Wolmirstedter Senioren im Kreis zu vertreten. Daraufhin hatte sich der Farsleber Klaus Heuer gemeldet. Er wollte sich das Terrain erschließen und Mittler zwischen Kreis und Senioren werden. In der Stadtverwaltung wurde das zur Kenntnis genommen und sein Name an den Kreisseniorenrat weitergeleitet. Dann hörte Klaus Heuer nichts mehr.

Womöglich wäre alles gut geworden und er wäre der Einladung zum ersten Treffen des neuen Kreisseniorenrates am Donnerstag gefolgt. Es wurde aber nicht gut, denn Klaus Heuer hatte am 21. Februar in der Zeitung gelesen, dass Wolmirstedts Bürgermeister Martin Stichnoth (CDU) gar keinen Bedarf sieht, dass jemand für Wolmirstedt im Kreisseniorenrat mitarbeitet, da die Seniorenarbeit vor Ort funktioniere.

Diese Aussage hat Klaus Heuer, gelinde gesagt, irritiert. Er zog seine Bereitschaft zur Mitarbeit im Seniorenrat zurück. "Es war zu keinem Zeitpunkt meine Absicht, mich in eine gut funktionierende Arbeit zu drängen", teilte er schriftlich mit.

Bürgermeister Martin Stichnoth sieht Klaus Heuers Rückzug gelassen. "Ja, so habe ich das gesagt", bestätigt er, "allerdings habe ich da als Kreistagsmitglied gesprochen." Als solches bezweifele er den Sinn eines Kreisseniorenrates. "So etwas muss von unten wachsen", sagt er. Dieser Kreisseniorenrat sei aber von der Verwaltung ins Leben gerufen worden. "Von solchen Konstrukten wollen wir uns eigentlich lösen", so Stichnoth.

Den Aufruf, dass Wolmirstedt einen Vertreter für den Kreisseniorenrat suche, habe er hingegen als Bürgermeister unterstützt. Bevor der Aufruf in der Zeitung erschienen war, hatte er bereits in Seniorengruppen gefragt, ob dort jemand mitarbeiten wolle, aber keine Bereitschaft gefunden.

In der Kreisverwaltung ist Joachim Hoeft für den Kreisseniorenrat verantwortlich. "Ich war froh, dass Wolmirstedt doch noch jemanden gemeldet hatte", sagt er gegenüber der Volksstimme. Der Rückzug Klaus Heuers mache ihn nun ein Stück weit ratlos. Er sieht den Bürgermeister in der Rolle, mit dem Seniorenvertreter seiner Stadt Kontakt aufzunehmen. Martin Stichnoth sieht diese Rolle hingegen beim Landkreis.

In einem gibt Joachim Hoeft Martin Stichnoth allerdings Recht. Der Kreisseniorenrat ringt noch um seine Aufgaben. "Er soll unter anderem zu seniorenrelevanten Beschlüssen des Kreistages gehört werden", sagt Joachim Hoeft. Die gab es bisher aber nicht. Auch geplante Aktionen seien nur schleppend angelaufen.

Der Kreisseniorenrat war Mitte 2012 ins Leben gerufen worden. Die rund 25 Mitglieder sind Vertreter von Verbänden und Institutionen, die in der Seniorenarbeit tätig sind, außerdem Vertreter von Kirchen sowie Städten und Gemeinden im Landkreis. Vorsitzender ist Hans-Eike Weitz (SPD). Auch er habe die Arbeit als schwierig erlebt. "Seit allerdings die Frage steht, ob wir weitermachen, habe ich sehr viele ermutigende Hinweise und Hilfestellungen bekommen", sagt Weitz, "von Kirchen, Altersabteilungen von Feuerwehren und auch von den Landessenioren." Nun hofft er auf neuen Schwung und möchte am Donnerstag wieder als Vorsitzender kandidieren.

 

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