Ab Mitte April ziehen die ersten Asylbewerber in die Schwimmbadstraße2b ein. Nicht alle der 96 vorgehaltenen Plätze sollen sofort besetzt werden. Betreiber der Unterkunft ist die Pewobe, eine Berliner Gesellschaft.

Wolmirstedt l Eigentlich sollten ab dem 1. April Asylbewerber in der Schwimmbadstraße 2b untergebracht werden. Doch dieser Termin wird um vorraussichtlich zwei Wochen verschoben. "Die Nottreppe wurde noch nicht geliefert", begründet die Kreisfachbereichskoordinatorin Iris Herzig die Verzögerung. Ohne die Nottreppe erfüllt das Gebäude die baurechtlichen Anforderungen nicht. Am 13. April soll die Unterkunft jedoch Asylsuchenden zur Verfügung stehen.

Möglichst sollen nicht alle der 96 vorhandenen Plätze gleichzeitig belegt werden. "Wir müssen religiöse und familiäre Besonderheiten berücksichtigen", sagt Iris Herzig. Allerdings ist der Zustrom von Flüchtlingen nach wie vor groß. "Im Landkreis Börde rechnen wir 2015 mit 1200 neuen Asylbewerbern", sagt Iris Herzig. Diese Zahl ist allerdings fragil. Niemand wisse, wie sich der Sommer gestalten wird, ob noch mehr Menschen aus Krisengebieten fliehen und hier aufgenommen werden.

Ebenfalls unklar ist, aus welchen Ländern die Asylsuchenden stammen, die in Wolmirstedt untergebracht werden. "Das erfahren wir selbst oft erst drei Tage vorher", sagt Iris Herzig.

Die Gemeinschaftsunterkunft wird im Auftrag des Landkreises von der Pewobe betrieben. Die Abkürzung Pewobe steht für Berliner professionelle Wohn- und Betreuungsgesellschaft. Ein Heimleiter, ein Hausmeister und ein Sozialarbeiter werden sich vor Ort um die Menschen in der Schwimmbadstraße 2b kümmern.

Landkreis setzt auch auf das Ehrenamt

Vorgesehen ist, dass die asylsuchenden Männer, Frauen und Kinder die ersten Monate in der Gemeinschaftsunterkunft bleiben. Das habe sich bewährt, sagt Iris Herzig, weil sich die Menschen so besser gegenseitig unterstützen können. Später können sie in Wohnungen unterkommen, was besonders für Familien die angenehmere Lösung sei. Der Landkreis setzt bei der Betreuung der ankommenden Menschen auch auf das Ehrenamt. "Wir können nicht alles hauptamtlich stemmen", stellt die Fachbereichskoordinatorin klar. In Haldensleben hat sich bereits ein aktives Netzwerk ehrenamtlicher Helfer gebildet.

Das Gebäude der Schwimmbadstraße 2b beherbergte einst ein Kinderheim. Zwischenzeitlich war dort auch die Musikschule untergebracht. Um das Haus als Gemeinschaftsunterkunft herzurichten, wurde die Elektrik erneuert und in den Brandschutz investiert. Rettungswege mussten geschaffen und Malerarbeiten erledigt werden. Weiterhin hat die Pewobe die Zimmer und Küchen eingerichtet.

Durch die Verzögerung des Einzugstermins wird es in den anderen Asylbewerberunterkünften des Landkreises eng. Die für Wolmirstedt vorgesehenen Menschen werden nun bis zur Eröffnung der Unterkunft in der Schwimmbadstraße 2b auf andere Gemeinschaftsunterkünfte im Landkreis verteilt.