Eine etwas andere Unterrichtsstunde erlebten die Mädchen und Jungen der Gutenberg-Grundschule kurz vor Ostern. Bürgermeister Martin Stichnoth und Günter Vahldieck stellten (nicht nur) den Geflügelzuchtverein Wolmirstedt vor.

Wolmirstedt l Diese Unterrichtsstunde so kurz vor Osten werden die Mädchen und Jungen der Gutenberg-Grundschule so schnell nicht vergessen. Denn alles, was Ostern ausmacht, war in der Aula der Schule zu sehen, zu bestaunen und anzufassen - kleine Häschen, kuschlige Küken, selbst bunte Ostereier fehlten nicht.

"Doch auch ausgewachsene Tauben, Rassekaninchen und was die Kinder regelrecht in Erstaunen setzte, eine sechs Wochen alte Hawai-Ente", berichtet Schulleiterin Doreen Haensch und spricht in diesem Zusammenhang von der wohl ungewöhnlichsten Heimat- und Sachkundeunterrichtsstunde, die sie an der Einrichtung bisher erlebt hat. Mit dieser Meinung stand die Schulleiterin nicht allein, die über 100 Schüler der ersten bis fünften Klasse konnten ebenfalls von dieser tierischen Stunde, die von 9.30 bis 12.30 Uhr dauerte, nicht genug bekommen.

"Eingefädelt" hat den Unterricht Bürgermeister Martin Stichnoth, von kleinauf ein begeisterter und erfolgreicher Kleintierzüchter. Wie das Stadtoberhaupt erzählt, ist es eine traurige Tatsache, dass die Kinder, die in der Stadt leben, kaum oder nur wenig Berührungspunkte mit diesen Tieren haben, "und Jugendliche, die sich der Kleintierhaltung verschrieben haben, gibt es nur wenige". Also sprach er die Schulleiterin an, die von der Idee begeistert war.

Denn Martin Stichnoth, Mitglied des Geflügelzuchtvereins Wolmirstedts, weiß, worüber er spricht: "Die Durchschnitts-Altersgrenze - wir Geflügelzüchter zählen etwas über 40 Mitglieder - liegt weit über 60 Jahre. In unserem Verein haben wir lediglich einen Schüler, der sich in seiner Freizeit mit Tauben beschäftigt." Martin Stichnoth, auch Kreisvorsitzender der Rassekaninchenzüchter, hofft inständig, dass sich dieser Zustand nach dem Besuch ändert. Davon ist auch der langjährige Kleintierzüchter Günter Vahldieck überzeugt, der den Bürgermeister an die Gutenberg-Grundschule begleitete.

Beide konnten nach dem letzten Klingelzeichen feststellen, die Mädchen und Jungen wissen doch gut Bescheid. Das wurde von den Gästen honoriert, gab es kleine Osterüberraschungen und selbst gefärbte Bio-Eier. Die Grundschulkinder, aber auch die Schüler der 5. Klassen, die gerade ein Haustierprojekt im Unterricht bearbeiteten, stellten außerdem noch viele Fragen: Warum hängen die Ohren bei manchen Kaninchenrassen? Oder: Wie alt werden die Tiere?, Wie viel Eier legt ein Huhn?

Völlig überfordert aber waren die beiden Kleintierzüchter, als zum Schluss die Frage aufgeworfen wurde, ob der Osterhase so groß ist wie die kleinen Häschen, die sie mit in die Schule gebracht hatten?

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