Obwohl die Werk- und Kulturscheune in Loitsche erst am 9. Mai offiziell eröffnet wird, gibt es hier bereits zahlreiche Aktivitäten. Jugendliche aus der Region nahmen am Osterwerken und an einem Oster-LAN teil.

Loitsche l Eine ganze Nacht lang liefen die Computer beim Oster-LAN heiß. Bei Minecraft oder Trackmania verging die Zeit für 15 Jugendliche wie im Fluge. "Einige haben auch die Möglichkeit genutzt, auf dem Schlafboden über der Werkstatt mit Isomatte und Schlafsack zu übernachten", freut sich Benjamin Otto über das rege Interesse. Der Gemeindepädagoge ist Vorsitzender des Vereines Werk- und Kulturscheune.

Formen entstanden aus alten Produktpackungen

Auch zum Osterwerken waren Jugendliche aus dem ganzen Landkreis nach Loitsche gekommen, um hier ihre kreative Ader auszuleben. Recht ungewöhnlich für manchen Teilnehmer war der Beton-Workshop. "Dabei haben wir mit verschiedenen Betonsorten und Körnungen experimentiert", berichtete Benjamin Otto. Die Formen bastelten die Jugendlichen aus alten Produktverpackungen. Öl diente als Trennmittel.

So entstanden Pflanzgefäße und Kerzenständer aus Beton. Auch Vasen wurden hergestellt. Für das Blumenwasser drückten die jungen Künstler Reagenzgläser in die noch nicht ausgehärtete Betonmasse. Sogar Ostereier aus Beton entstanden beim Workshop.

Kreativität war auch in der T-Shirt-Werkstatt gefragt. Zunächst ging es darum, am Computer möglichst fantasievolle Grafiken zu entwerfen. Die Daten wurden dann auf den Schneidplotter übertragen, der die entsprechenden Folien ausdruckte und ausschnitt. Daraus entstanden T-Shirts mit Unikat-Charakter.

Am 9. Mai soll die Einweihung der Werk- und Kulturscheune mit allen Bürgern der Gemeinde Loitsche-Heinrichsberg gefeiert werden. Tags zuvor gibt es bereits eine Feierstunde für die am Bau beteiligten Firmen und Planungsbüros.

"Vereine, die das Programm am Eröffnungstag mitgestalten wollen, sind herzlich willkommen", bietet Benjamin Otto an. Er hofft, dass bis zur offiziellen Eröffnung die Schrauberwerkstatt eingerichtet sein wird. "Für Maschinen- und Werkzeugspenden sind wir sehr dankbar", so der Vereinsvorsitzende. Erste Spenden sind bereits eingegangen. Dazu zählen unter anderem eine Drechselbank und ein Satz Feilen. "Auch Hämmer haben wir inzwischen genug", so Benjamin Otto. Gefragt seien noch Bohrmaschinen, Stichsägen oder Akkuschrauber mit Bits. "Auf jeden Fall sollten die gespendeten Maschinen und Werkzeuge funktionsfähig sein", betont der Gemeindepädagoge.

Gemeinde investierte rund eine Million Euro

In den vergangenen Monaten ist aus der alten Scheune auf dem Pfarrhof ein Projekt der konfessionsfreien Jugendarbeit als regionales Angebot für Kinder und Jugendliche entstanden. Unterstützt wurde das Vorhaben "Werk- und Kulturscheune" von der Europäischen Union. Die Baukosten von rund einer Million Euro wurden aus dem Leader-Programm mit 350000 Euro gefördert. Den Rest hat die Gemeinde Loitsche-Heinrichsberg geschultert. "Das Geld ist im Interesse unserer Kinder und Jugendlichen sicherlich sehr gut angelegt", betonte Bürgermeisterin Bettina Seidewitz.