Fragen des gemeindlichen und kirchlichen Lebens standen am Sonnabend im Mittelpunkt der Kreissynode. Das Problem, das sich dabei auftut: Der Kirchenkreis muss mit immer weniger Mitarbeitern auskommen.

Wolmirstedt l Die Kreissynode, das Kirchenparlament des Evangelischen Kirchenkreises Haldensleben-Wolmirstedt, ist am Sonnabend zu ihrer jährlichen Frühjahrssitzung in Wolmirstedt zusammengekommen. Einer der Schwerpunkte der Tagung war die Rechnungslegung des Haushaltsjahres 2014. "Und eine gesunde Haushaltsführung", so Pfarrer Dieter Kerntopf, 1. Stellvertreter des Superintendenten, "ist bedeutsam für eine erfolgreiche Arbeit." Das Gros der Ausgaben, fast die Hälfte der Gesamtausgaben, musste für die Besoldung der Mitarbeiter aufgebracht werden. Großes Augenmerk legt der Kirchenkreis auf seinen Nachwuchs. Allein für die Projektarbeit mit Kindern, Konfirmanden und Jugendlichen wurden fast 130000 Euro bereitgestellt. "Viel Wert", so Kerntopf, "legen wir auf die Erhaltung unserer Immobilien."

Für Bauvorhaben an kirchlichen Gebäuden flossen allein im vergangenen Jahr rund 418000 Euro. Was dem Pfarrer ganz wichtig ist, "der Kirchenkreis musste für seine Arbeit keine Kredite aufnehmen". Superintendent Uwe Jauch verband in seinem Bericht statistische Zahlen mit direkter kirchlicher Arbeit, sprich Entscheidungen.

Ein bedeutender Schwerpunkt der Tagung war dabei die thematische Arbeit zu Fragen des gemeindlichen und kirchlichen Lebens in der Zukunft.

So wurde die Frage diskutiert: Welche Arbeitsformen sind nötig, den veränderten Bedingungen gerecht zu werden? Denn die Zahl von derzeit 25,1 Planstellen, wird sich bis 2019/2020 auf 19,6 Planstellen verringern, "davon werden maximal zwölf Planstellen für Pfarrer zur Verfügung stehen. Das heißt, pro Region drei Stellen", so Jauch.

Die anschließende Diskussion zeigte auf, dass grundsätzliche Überlegungen anzustellen sind, wie die anstehenden Aufgaben der Mitarbeiter im Pfarrdienst, in der Kirchenmusik, im gemeindepädagogischen Bereich der Kinder- und Jugendarbeit, künftig strukturiert werden müssen. In vier Arbeitsgruppen wurden hierzu erste Überlegungen zusammengetragen, die bis Ende Mai in vier regionalen Zusammenkünften von Vertretern der Gemeindekirchenräte in den jeweiligen Regionen weiter konkretisiert werden müssen.

Dabei stehen solche Fragen im Mittelpunkt: Was wollen wir für eine Kirche sein? Wie kann sich Gemeindeleben gestalten? Darüber hinaus wurde am Sonnabend beschlossen, dass der Kirchenkreis einen Antrag auf Aufnahme in die Leader-Arbeitsgruppe "Flechtinger Höhenzug stellt". Kein Neuland, denn in der LAG "Colbitz-Letzlinger Heide" ist der Kirchenkreis schon seit 2006 vertreten. Zum Ende der Sitzung gab es Informationen zur Arbeit der sieben Ausschüsse der Kreissynode. Die nächste Zusammenkunft der Kreissynode erfolgt am 7. November, dann wieder in Haldensleben.