Mitglieder des Lions-Clubs Ohrekreis haben im Revier Südheide bei Colbitz 2650 Douglasien gepflanzt und dabei 1200 Euro "verdient". Der Erlös wird für gemeinnützige Projekte verteilt.

Colbitz l Bei schönstem Sonnenschein fand am vergangenen Sonnabend die diesjährigen Aufforstaktion des Lions-Clubs Ohrekreis statt. Voller Tatendrang hatten sich 21 Männer und Frauen, fünf Kinder und ein Hund am frühen Morgen auf den Weg zu einer etwa 1,7 Hektar großen, gerodeten Fläche im Revier Südheide gemacht. "Sicher würden sie bei dem schönen Wetter lieber im eigenen Garten liegen. Umso mehr freue ich mich, dass sie uns heute helfen wollen. Wir können jede Hand gebrauchen", sagte Revierförster Horst Schubert zur Begrüßung. Nachdem die Lions im Vorjahr bei Mahlpfuhl Kiefern gepflanzt hatten, warteten diesmal Douglasien darauf, in die Erde gebracht zu werden. Die dafür vorgesehene Fläche inmitten von 90- bis 100-jährigen hohen Kiefern war im Winter vorbereitet worden.

Bevor sich die "Löwen" an die Arbeit machten, gab es von dem Revierförster wichtige Hinweise. Die Douglasie ist ein schnellwüchsiger Nadelbaum, der 400 Jahre alt werden kann. Beim Pflanzen ist allerdings mehr Sorgfalt als beispielsweise bei Kiefern notwendig. "Die Pflanzlöcher müssen so tief sein, dass die Wurzeln nicht geknickt werden. Außerdem sollte die Erde um die Setzlinge sehr fest getreten werden. Gepflanzt wird im Abstand von zwei Metern, die nächste Reihe versetzt. Es ist nicht wichtig, soviel als möglich zu pflanzen sondern ordentlich", betonte Horst Schubert.

Als fachkundige Helfer standen den Lions Forstwirtschaftsmeister Jörg Hinz und Forstwirt Gerd Zauer sowie Margitta Kriebel zur Seite, sie sorgten mit den Kindern auch für den stetigen Nachschub an Pflanzgut. Als nach etwa zwei Stunden ständigem Bücken, Aufrichten und Festtreten das Tempo bei einigen Teilnehmern nachließ, griffen die beiden Forstleute auch schon mal selbst mit zu.

Freiwillige "Waldarbeiter" hatten kräftig zu tun

Hoch motiviert hatten sich jeweils zwei Lions darangemacht, die Setzlinge in die vorbereiteten Furchen zu bringen. Jeweils einer hob die Löcher aus, der andere pflanzte und trat den Boden fest - immer schön im vorgegebenem Abstand. Obwohl kaum einer der Lionsmitglieder körperliche Arbeit gewöhnt ist, kam man mit der Arbeit gut voran. Allerdings machten dicke Wurzeln oder auch steinige Abschnitte den freiwilligen "Waldarbeitern" das Leben gelegentlich recht schwer. Und so war es teilweise unmöglich, schnurgerade Reihen zu pflanzen.

"Ach, das ist im Wald nicht so schlimm", winkte Gerd Zauer ab. Als nach etwa vier Stunden der Arbeitseinsatz beendet wurde, waren 2650 Bäumchen in die Erde gesetzt. "Das ist ein gutes Ergebnis, auch weil sehr ordentlich gepflanzt wurde", lobte Zauer die zumeist sichtlich erschöpften Lionsmitglieder, darunter auch zwei über 70-Jährige. "Das war zwar wirklich kein Zuckerschlecken, macht aber auch Spaß und ist ein guter Ausgleich zur Arbeit am Schreibtisch. Außerdem schweißt uns das als Club weiter zusammen", meinte Lionspräsident Wolfgang Werner, der seine Frau Sigrid und zwei Enkelkinder mitgebracht hatte.

Der Erlös der jüngsten Lions-Aktion wird erneut bis auf den letzten Cent für die Unterstützung von Projekten in der Region des ehemaligen Ohrekreises ausgegeben. "Die 1200 Euro kommen uns gerade recht, denn nach der Ausschreibung haben wir diesmal 26 Anträge auf Förderung bekommen - soviel wie noch nie", so der Lionspräsident. Noch in dieser Woche wird darüber beraten, welche Antragsteller berücksichtigt werden und sich über einen finanziellen Zuschuss freuen können. Auch deshalb haben sich die Anstrengungen der Lions im Wald wieder gelohnt. Der Arbeitseinsatz endete wie immer mit einem gemütlichen Beisammensein. Diesmal wurde am Jägerstieg gegrillt und auf den Erfolg angestoßen.

 

Bilder