Selten war der Zuspruch für eine Ortschaftsratssitzung seitens der Bevölkerung in Ebendorf so nachhaltig wie am Donnerstag. Selten war aber auch ein Thema so brisant: Die Schließung der Kita "Gänseblümchen".

Ebendorf l Die Eltern der Kinder der Kita "Gänseblümchen", die Anfang April geschlossen wurde, sind in großer Sorge, wollen endlich Antworten, was mit ihren Kindern geschieht, wann endlich ein Neubau kommt.

Um ihren Forderungen Nachdruck zu verschaffen, fanden sich am Donnerstagabend 88 Mütter und Väter im Dorfgemeinschaftshaus zur Ortschaftsratssitzung ein. Wie Marcel Leon, Vorsitzender des Elternkuratoriums, nach der Sitzung resümierte, "macht uns die Entscheidung, die durch den Ortschaftsrat einstimmig getroffen wurde, zumindest Hoffnung".

Auf die Schwerpunkte verwies Ortsbürgermeister Manfred Behrens (CDU): "Wir fordern einen sofortigen Neubau", so Behrens, "das heißt, wir lehnen jede Investition in den Altbau ab." Und eine dritte Forderung stellte der Ortschaftsrat: Bis zur Fertigstellung des Neubaus muss im Interesse unserer Kinder schnellstmöglich eine akzeptable Übergangslösung gefunden werden.

Was die Eltern für den Moment viel stärker bewegt: Welchen gesundheitlichen Gefährdungen, so der Grund der Kita-Schließung, waren ihre Kinder ausgesetzt? Um diese Frage abschließend zu klären, hatte Manfred Behrens neben Kathrin Röhrig von der Verwaltung in Barleben, Dr. Eugenie Kontzog, Leiterin Fachdienst Gesundheit des Landkreises Börde, eingeladen.

Der Erste, der zu diesem Thema das Wort ergriff, war der Ortsbürgermeister selbst. Er rief noch einmal die Messungen in der Kita in Erinnerung, ließ die Anwesenden auch wissen, wann die Ergebnisse vorlagen. Zu den Ergebnissen selbst nahm die Kreisärztin Stellung. Denn bereits die erste Frage einer besorgten Mutti spiegelte das wider, was alle Elternteile bewegt: "Wie ist die aktuelle Sachlage in der Kindereinrichtung und was genau wurde gefunden?" Dr. Kontzog dazu: "Wir haben wie in den Jahren zuvor nach Schimmel gesucht und Mineralfasern gefunden." Die Frage, die sich dabei aufdrängte: Wie hoch war der Grad der Gefährdung für Kinder und Angestellte? Dr. Kontzog konnte ausschließen, dass Krebserkrankungen bekannt sind, die auf Mineralfasern zurückzuführen sind, "es kann aber möglich sein. Ob aber letztlich die Gesundheit eines Menschen gefährdet ist, kann niemand sagen", so Dr. Kontzog, die auch wissen ließ, dass in weiteren Untersuchungen die Fasern anhand neuartiger Methoden auf die Biolöslichkeit geprüft werden.

Fakten, die die Eltern an diesem Abend nicht wirklich beruhigten, wie die recht hitzige Diskussion zeigte. Nicht der einzige Punkt an diesem Abend, der die Emotionen hochkochen ließ. So wurde seitens der Eltern erneut bemängelt, dass die Verwaltung der Gemeinde Barleben bis zum heutigen Tag die Eltern und Erzieher nicht genügend informierte. Katrin Röhrig versicherte seitens der Verwaltung, die internen Vorgänge im Haus zu prüfen und versprach, für die Zukunft aus diesen Fehlern zu lernen. Sie konnte aber den Eltern berichten, dass die Verwaltung mit Hochdruck an Lösungen für die weitere Unterbringung der Kinder arbeitet.

Im Zusammenhang mit einem Neubau wurde seitens des Kuratoriums der Verwaltung mit auf den Weg gegeben, nicht allein auf die Fördermittel aus dem STARK III Programm zu warten und festzuhalten, "sondern alternative Finanzierungsmöglichkeiten zu prüfen", so Marcel Leon. Und die stellvertretende Vorsitzende Anett Zimmer bat Katrin Röhrig inständig, Bürgermeister Keindorff auszurichten, "dass wiederholte Anmerkungen zu ehemaligen Entscheidungen des Ortschaftsrates, welche ein Verzögern des Baubeginns verursachten, jetzt nicht wirklich weiterhelfen, schon gar nicht unseren Kindern".