Das verlassene Gebäude der ehemaligen Zollabfertigung und Kantine an der Marienborner Bahnhofssiedlung ist in der Nacht auf Dienstag größtenteils ausgebrannt. Das Feuer erforderte einen mehrstündigen Großeinsatz der umliegenden Feuerwehren.

Marienborn l Wer zu DDR-Zeiten mit der Bahn die innerdeutsche Grenze aus oder in Richtung Berlin passierte, musste hier durch: Grenzbahnhof Marienborn. Jeder Zug hielt an dieser Stelle, die Reisenden wurden streng kontrolliert. Das alte Kontrollgebäude des Zolls und der DDR-Grenztruppen stand seit der Wende leer, Fenster und Türen waren verbarrikadiert. Montagnacht nun brannten etwa zwei Drittel des abseits, jedoch direkt an der Bahnstrecke gelegenen Gebäudes bis auf die Ziegelsteinmauern nieder.

Die Feuerwehr wurde um 21.50 Uhr alarmiert. Letztlich rückten 75 Einsatzkräfte aus sechs Ortswehren - Marienborn, Sommersdorf, Völpke/Badeleben, Wefensleben, Eilsleben und Ostingersleben - und der Führungsgruppe Obere Aller an. Bei ihrem Eintreffen hatte sich im Haus bereits ein Vollbrand über eine Fläche von etwa 450 Quadratmeter entwickelt. Das Holzgebälk, Zwischendecken mit Pappeinlagen sowie abgeladener Müll nährten das Feuer. Die Löschkommandos konzentrierten sich zunächst darauf, ein Übergreifen der Flammen auf den angrenzende Wald zu verhindern und die Front zu den Gleisen hin abzusichern. Beides gelang, das Forstgebiet blieb verschont, der Bahnverkehr wurde nicht beeinträchtigt.

Nach gut einer Stunde war das Feuer gegen 23 Uhr unter Kontrolle, die Löscharbeiten dauerten noch bis 2.30 Uhr an. Die Wasserreserven, die eine Zisterne vor Ort und drei Löschtanker lieferten, waren nach der Eindämmung des Feuers aufgebraucht. Zur Löschung musste eine insgesamt 1,3 Kilometer lange Schlauchstrecke zur Ortsmitte gelegt werden.

Personen sind nicht zu Schaden gekommen. Auch der Sachschaden sei als "eher gering" einzuschätzen, hieß es von Polizei und Feuerwehr. Das Gebäude selbst ist angeblich vor kurzem erst von der Bahn verkauft worden, nähere Informationen dazu lagen aber noch nicht vor. Auch zur Brandursache gibt es noch keine offizielle Bestätigung. Allerdings gingen die Einsatzkräfte, die Polizei sowie ein Mitarbeiter der Bahn am Dienstag von vorsätzlicher Brandstiftung aus. Die Ermittlungen dauern dennoch an, schränkte ein Polizeisprecher ein.

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