Barleben l Die Tage der Einsamkeit sind gezählt - der Barleber Storchenmann hat eine neue Partnerin gefunden. Darüber informierte Jörg Brämer vom Naturschutzbund Barleben. Mitte März war der Adebar von seinem Winterquartier im Süden zurückgekehrt.

"Während der bereits seit einigen Wochen zurückgekehrte Storch keinen Ring trägt und deshalb nicht zu identifizieren ist, trägt das Weibchen einen aus der Ferne ablesbaren Ring", erklärte Jörg Brämer. Die beiden Störche haben sich bereits mehrmals gepaart, "so dass eindeutig klar ist, dass der Storch mit Ring das Weibchen ist", schlussfolgerte er.

Bei der Beringungszentrale informierte sich Jörg Brämer anschließend über das Tier. Am Dienstag erhielt er die Antwort: "Unser Storchenweibchen ist danach am 3. Juni 2011 als Nestjunges in Altencelle in Niedersachsen beringt worden. Das Tier ist also jetzt vier Jahre alt."

War die Paarung der beiden Störche erfolgreich, dürfen sich die Barleber auf baldigen Adebar-Nachwuchs freuen. Die Brutzeit beträgt etwa 30 Tage, sagte Falk Höhne, ehrenamtlicher Weißstorchbetreuer im Auftrag des Umweltamtes der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Börde. Wie viele Eier gelegt werden, sei unterschiedlich, in der Regel zwischen zwei und sechs. "Das hängt vom Nahrungsangebot ab", erläuterte Falk Höhne. Wie viele der schließlich geschlüpften Jungtiere am Ende überleben, sei ebenfalls davon abhängig.

Die Störche suchen zu Fuß auf dem Boden nach Essbarem und ernähren sich beispielsweise von Insekten und Mäusen. In Barleben und der nahen Umgebung sei das Nahrungsangebot weder üppig noch knapp.

Auch wenn der männliche Storch im Horst auf dem Schornstein der Barleber Grundschule keinen Ring trägt, handelt es sich laut Jörg Brämer und Falk Höhne mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit um den verwitweten Storch, der bereits im vergangenen Jahr in Barleben genistet und nach dem Tod seiner Partnerin zwei Junge allein großgezogen hatte.