Wolmirstedt l Die Erhöhung der Hundesteuer soll zum zweiten Halbjahr dieses Jahres in Kraft treten. Hundebesitzer sollen für jeden Hund zehn Euro mehr im Jahr zahlen. Diese Erhöhung soll 9000Euro mehr in die Stadtkasse spülen.

Die Erhöhung der Hundesteuer hatte bereits 2014 auf der Liste der Haushaltskonsolidierungsmaßnahmen gestanden, war aber vom Stadtrat abgeschmettert worden. Im Vorjahr stand Wolmirstedt allerdings "nur" mit 194700 Euro in der Kreide. Nun beträgt das Haushaltsloch 1,4 Millionen Euro und die Hundesteuererhöhung wurde wieder als eine von 22Konsolidierungsmaßnahmen aufgelistet. Die Ausschüsse haben bereits zugestimmt. Das letzte Wort hat der Stadtrat, der am heutigen Donnerstag um 18 Uhr tagt.

Bisher zahlen Hundebesitzer für den ersten Hund 40Euro, für den zweiten Hund 60 Euro und für jeden weiteren Hund 90 Euro im Jahr. Doch selbst wenn überall zehn Euro draufgepackt werden, kommen Wolmirstedter Hundehalter immer noch günstiger weg, als Hundefreunde in den meisten umliegenden Gemeinden. Lediglich in der Hohen Börde zahlen die Herrchen und Frauchen nur 36 Euro für den ersten Hund. In Barleben und der Niederen Börde hingegen geben Hundebesitzer mehr in die Gemeindekasse als in Wolmirstedt. Dort kostet der Ersthund 60 Euro, in Haldensleben 54 Euro und in Magdeburg werden für den Ersthund gar 96 Euro verlangt. Entsprechend verhält es sich bei weiteren Hunden.

Die Ortschaftsräte von Mose und Elbeu hatten auch die Wolmirstedter Hundebesitzer noch stärker zur Kasse bitten wollen. Sie plädierten dafür, die Hundesteuer für den Zweit- und jeden weiteren Hund noch einmal zehn Euro pro Jahr zu erhöhen. Diesen Vorschlag hatten die anderen Ausschüssen jedoch abgelehnt.

Auf die Beseitigung der Hinterlassenschaften der Hunde hat die Steuererhöhung keinen Einfluss. Das Geld fließt in den allgemeinen Haushalt, wie andere Steuern auch. Für die Beseitigung der Fäkalien sind nach wie vor die Besitzer der Tiere verantwortlich. Dass einige Hundebesitzer dieser Verantwortung nicht nachkommen, wird von Bürgern immer wieder moniert. Letztlich beseitigen die Mitarbeiter des Wirtschaftshofes den Unrat, was von allen Steuerzahlern getragen wird.

Zu Jahresbeginn hatte das Haushaltsdefizit gar 2,3 Millionen Euro betragen. Inzwischen hat die Verwaltung Maßnahmen gestrichen, das Minus schrumpfte auf 1,9 Millionen Euro. Weiterhin hat der Stadtrat aus der Rückstellung, die für mögliche Fördermittelrückzahlungen im Zusammenhang mit der Jahnhalle gebildet worden waren, eine halbe Million aufgelöst und wieder in den Haushalt geführt. Für das noch verbliebene Defizit von 1,4 Millionen Euro muss die Stadt Ausgaben verringern und Einnahmen erhöhen, damit ein tragfähiger Haushalt entsteht.