Auf der Baustelle des Heinrichsberger Dorfgemeinschaftshauses schreiten die Bauarbeiten zügig voran. Davon überzeugte sich am Mittwoch auch Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) bei einem Rundgang durch das künftige Dorfzentrum.

Heinrichsberg l Innenminister Holger Stahlknecht hat mittlerweile eine ganz besondere Beziehung zum künftigen Heinrichsberger Dorfgemeinschaftshaus entwickelt. Musste er doch dazu kürzlich im Landtag eine Kleine Anfrage des Linke-Abgeordneten Gerald Grünert beantworten.

Hintergrund war der Bürgerentscheid, den Loitscher Einwohner mit einem Bürgerbegehren eingefordert hatten. Ziel war es, die Baukosten auf 800000 Euro zu begrenzen. Das fand allerdings nicht die erforderliche Mehrheit, so dass das Heinrichsberger Dorfgemeinschaftshaus nach dem vorliegenden Projekt gebaut wird. Damit liegen die Kosten - einschließlich der Außenanlagen - bei rund 1,6 Millionen Euro. Die Europäische Union steuert dazu aus dem Leader-Programm 350000 Euro bei.

Bürgermeisterin Bettina Seidewitz (CDU) führte den Minister über die Baustelle. In das Kellergeschoss mit seinen gemauerten Rundbögen soll unter anderem der Jugendclub einziehen. Hier liegen bereits die Heizungsrohre.

Dachgebälk gut erhalten

"Das Gebäude ist um 1800 errichtet worden, diente bis vor zwei Jahren unter anderem noch als Kindergarten. Bei den jetzigen Arbeiten soll möglichst viel von der vorhandenen historischen Bausubstanz erhalten werden", informierte die Bürgermeisterin, "beispielsweise sollen die Türen aufgearbeitet werden."

Überraschend für die Bauarbeiter war, dass die meisten Dachbalken noch in einem außerordentlich guten Zustand sind. "Nur an einigen Stellen mussten sie verstärkt, einzelne auch ausgetauscht werden", berichteten Hubertus Trompeter und Christian Münster. Die beiden Architekten hatten die Planungen für den umfassenden Ausbau des Gebäudes erstellt und auch die Bauleitung übernommen. Sie versicherten, dass die Arbeiten im Zeitplan liegen und damit den Heinrichsbergern ihr neues Dorfgemeinschaftshaus Ende Oktober übergeben werden kann.

Gegenwärtig sind Heizungsbauer, Dachdecker und Elektriker die Hauptakteure auf der Baustelle. Die Zimmerleute sind bereits fertig. Trockenbauer und Tischler sitzen in den Startlöchern. Auch die Fassadenarbeiten und der Bau des geplanten Aufzuges starten demnächst.

Die alte Uhr an der Giebelseite soll wieder eingebaut werden. "Sie ist derzeit zur Restaurierung in Berlin", informierte Bettina Seidewitz. Dazu gehöre auch eine Glocke, die künftig wieder zu jeder vollen Stunde schlagen soll. "Wir haben zwar im Dorf keine Kirche, aber eine Glocke", scherzte Bettina Seidewitz.