Jäger, Heimatfreunde und Kameraden der freiwilligen Feuerwehr sorgten jüngst in und um Jersleben für "klar Schiff". Ausgestattet mit Abfall- säcken, Schippen, Harken und Besen gingen die Reinemacher bereits das zehnte Mal seit 2005 auf Sauber-Tour .

Von Karl-Heinz Klappoth

Jersleben l Sauber ist schöner, so sagt man in Jersleben. Ein Satz, der immer wieder aktuell wird, wenn sich im April wieder die Sonne zeigt. Doch schon Wochen zuvor, so erzählte Alexander Lessing, einer der Macher, rührten die emsigen Mitglieder des Heimatvereins, die Jäger der Jagdschaft sowie die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Jersleben mächtig die Werbetrommel für den Frühjahrsputz im Ort. Diesmal war der Aufwand sogar etwas intensiver, denn es war der inzwischen zehnte Subbotnik, zu dem aufgerufen wurde. Die Zahl jener, die - ausgestattet mit Harke, Besen und blauem Müllsack - zum Frühjahrsputz loszogen, um Feldwege und Straßenränder vom Müll zu befreien, belief sich auf 25. Wobei die Organisatoren, zumindest zur Jubiläumstour, mit noch mehr Zuspruch gerechnet hatten. Während die Jüngeren in alle Richtungen ausschwärmten, kümmerten sich die (etwas) Älteren um die Pflege der öffentlichen Beete im Ort.

Letztlich reichte die Zahl der Mitwirkenden völlig aus, "denn ein Container reichte, um den Winterdreck zu entsorgen", zog Alexander Lessing nach dem zweistündigen Arbeitseinsatz ein positives Resümee. Ein Grund dafür: Jersleben ist in den vergangenen zehn Jahren liebenswerter, attraktiver und auch ein ganzes Stück sauberer geworden. Dennoch gibt es immer noch einige wenige Unverbesserliche, die ihren Hausmüll im Grünen "verkippen". So mussten die Jersleber insgesamt 50 Quadratmeter an altem Laminatboden entsorgen. Die exakte Anzahl der Säcke mit Tapetenresten, die während der Tour zusammen kamen, kann Alexander Lessing nicht genau beziffern. Dass den Jerslebern trotz des anfallenden Mülls keine Kosten entstanden, sind dem Landkreis und der Abfallentsorgungsgesellschaft zu verdanken, die den Container bereitstellten. Der Aufwand, so wurde zur Mittagszeit bei Gegrilltem und einer Portion berechtigter Selbstzufriedenheit bilanziert, hatte sich einmal mehr gelohnt. Der Frühjahrsputz bleibt zumindest in Jersleben weiter ein Thema und wird auch nächstes Jahr zwingend notwendig sein. "Denn es ist unglaublich, was die Kraftfahrer so während der Fahrt entsorgen", weiß Alexander Lessing nur zu gut.

Er ist aber gar nicht zu vergleichen mit den Anfangsjahren, ließ der Jersleber abschließend durchblicken und erinnerte daran, dass am 18. April 2005 beim ersten Frühjahrsputz insgesamt 2,62 Tonnen Abfall in der Jersleber Flur zusammen kamen. Darunter etliche Pakete mit Prospekten und alten Zeitungen, aber auch Altbatterien von Kraftfahrzeugen, Fahrradrahmen und andere Metallteile. "Das ist zum Glück heute die große Ausnahme", versichert Lessing.

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