Lange Zeit haben sich Schafe bei der Pflege auch im Olbetal bewährt. Nachdem sie abgezogen wurden, konnten sich einige Pflanzen ungewollt ausbreiten. Nun aber ist wieder ein Blöken aus dem Olbetal zu hören.

Rottmersleben l Mit dem Frühling sind die Schafe ins Olbetal bei Rottmersleben zurückgekehrt. Mit dieser Nachricht reagiert Thomas Seeger als Geschäftsführer der Rottmersleber Agrar-Gesellschaft "Börde" auf die Kritik zur mangelnden Pflege im Olbetal, die während einer Veranstaltung in Rottmersleben laut wurde. Auch die Volksstimme berichtete darüber.

Früher, als die Schafhaltung noch zu den Standbeinen des Rottmersleber Landwirtschaftsunternehmen gehörte, wurden regelmäßig Schafe ins Olbetal gebracht. Sie hielten auch das Grün an den Hängen kurz und sorgten so dafür, dass das Adonisröschen nicht durch Konkurrenzpflanzen aus seinem Lebensraum verdrängt wurde. "Wir hatten damals 400 bis 500 Schafe", erinnert sich Manfred Schütze, der in der Agrar-Gesellschaft "Börde" tätig ist. Doch 2008 wurden die Schafe abgeschafft. Ebenso hat sich das Unternehmen inzwischen von den Mutterkühen getrennt, die nach dem Weggang der Schafe noch einige Zeit auf den Grünflächen des Olbetales verblieben waren. Das war im Herbst 2014.

Doch auch als diese Kühe noch da waren, durften sie nicht auf allen Flächen grasen. Auf der Suche nach den hier häufig vorkommenden Adonisröschen, erklärt Manfred Schütze bei einem Vor-Ort-Termin, was mangelnde Pflegemaßnahmen zur Folge haben können. Hier haben Holunder und Brombeeren stark ausgetrieben, so dass das Adonisröschen verdrängt worden ist.

"Wir sind uns der Verantwortung fürs Olbetal durchaus bewusst", unterstreicht Thomas Seeger. Und deshalb gibt es seit kurzem auch sogenannte Pensionsschafe, die den Sommer über im Olbetal bleiben und vor allem die Pflege der Flächen, die mit Technik kaum zu bearbeiten sind, übernehmen sollen. Die ersten Muttertiere mit ihren Lämmern scheinen sich bereits eingelebt zu haben, letztlich sollen es etwa 70 Tiere sein. Sie gehören dem Hundisburger Markus Pfeifer, der bei dem Rottmersleber Landwirtschaftsunternehmen angestellt ist. Die Landwirte wissen, dass durch Beweidung eine Vielzahl von Pflanzen geschützt werden kann. "Eine Vergrasung der Flächen wird durch den Verbiss der Schafe verhindert", erklärt Markus Pfeifer. Deshalb sollen in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde auch wieder die Adonisröschenhänge beweidet werden, um die Vermehrung dieser Pflanzen voranzutreiben.

   

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