Täglich gibt es neue Berichte über Nepal nach dem verheerenden Erdbeben. Hoffnung, weil noch Verschüttete geborgen werden, aber auch Meldungen über weitere Todesopfer. Und immer wieder geht es um dringend nötige Hilfe. Nepalmed, ein deutscher Verein, hilft mit Spenden.

Haldensleben l "Nepalmed stellt 15 000 Euro für die Krisenhilfe um Amppipal zur Verfügung", hieß es kurz nach dem Erdbeben in einem der Tagesreporte. Diese Soforthilfe war für Zelte, den Wiederaufbau der Hütten von Personal und Dorfbewohnern bestimmt. In den Dörfern rund um Amppipal sind 90 Prozent der Häuser zerstört. In Amppipal steht ein Hospital, das der Verein Nepalmed seit 2003 finanziell maßgeblich unterstützt. Das Hospital hatte glücklicherweise nur geringe Schäden davongetragen.

Die Summe von 15 000 Euro war ursprünglich für einen neuen Ambulanzjeep gedacht, wurde angesichts der Katastrophe jedoch umgewidmet. Der Jeep aber ist trotzdem notwendig, heißt es im Aktionsplan von Nepalmed. Der Verein wurde im Jahr 2000 im sächsischen Grimma gegründet und hat mittlerweile Mitglieder und Unterstützer nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich, der Schweiz, Belgien, Großbritannien und weiteren Ländern. Dr. Barbara und Dr. Michael Reiser aus Haldensleben gehören zu diesem Kreis und verfolgen deshalb auch die Berichte mit besonderer Anteilnahme. Und Reisers bitten auch im Freundeskreis um Spenden. (Volksstimme berichtete)

Dr. Ganesh Dangal, Koordinator für zwei Hospitals in Kirtipur und Kathmandu, mit denen Nepalmed seit Jahren auch zusammenarbeitet, schreibt von einem Treffen mit Ärzten aus verschiedenen Hospitals in der Landeshauptstadt Kathmandu. "Wir mussten feststellen, dass viele Krankenhäuser nicht in der Lage sind, normal zu arbeiten. In allen großen Krankenhäusern liegen Hunderte von Erdbebenopfern und warten auf ihre chirurgische Versorgung."

Es gibt weder genug Räume, noch die nötige Infrastruktur. "Unsere Sterilisations-Autoklaven, unsere Waschmaschinen und Wäschetrockner sind zu klein. Unsere Wasseraufbereitungsanlage müsste aufgerüstet werden. Wir müssten dringend chirurgisches Material wie Desinfektionslösung, Bandagen, Tupfer, Schienen, Antibiotika, Handschuhe, Nadeln, Spritzen, Schmerzmedikamente, Anästhesiematerial und so weiter kaufen und alles so schnell wie möglich", schildert Dr. Ganesh Dangal den Ernst der Lage. Das Material muss aus Gebieten besorgt werden, die nicht vom Erdbeben betroffen sind oder aus Indien.

Nepalmed hat inzwischen weitere 10 000 Euro nach Kathmandu überwiesen und sammelt Geld für den Kauf und Transport eines Röntgengerätes, was etwa 25 000 Euro kostet. Das bisher dort verwendete ist marode und kann den ungeheuren Bedarf gegenwärtig nicht verkraften.

Das Hospital Amppipal hat dem benachbarten Hospital Gorkha angeboten, noch Patienten aufzunehmen, da Gorkha stark geschädigt ist. Gebraucht werden aber auch Zelte/Notunterkünfte, es ist ungewöhnlich kühl, und der Monsun kommt bald. "Es regnet jetzt schon ungewöhnlich viel. Schlecht für die Hygiene, und es erhöht die Gefahr von Erdrutschen", schrieb Dr. Birgit Kirsch. Sie ist auch in schwierig zu erreichenden Regionen unterwegs. Dabei berichtet sie von einem Dorf, gefährlich am Hang gelegen, von "75 hübschen gelben Häuschen - aber jetzt alle Schrott!" Die Menschen konnten wenigstens einige Habseligkeiten retten. Am Sonntag hat es in der Region Amppipal ein weiteres Nachbeben gegeben.

Für die Menschen um Amppipal kann gespendet werden auf das Konto von Nepalmed, IBAN: DE67860954845000166776, BIC: GENODEF1GMV, Verwendungszweck Nepalmed Erdbeben. Für eine Spendenquittung muss die Adresse beim Verwendungszweck angegeben werden. Mehr Infos gibt es unter www.nepalmed.de