Die Gemeindeverwaltung Barleben hat eine Luftraummessung in der geschlossenen Ebendorfer Kindertagesstätte veranlasst. Abhängig vom Ergebnis soll entschieden werden, ob Sanierungsarbeiten nötig sind.

Ebendorf l Was geschieht kurz- und mittelfristig mit dem Hauptgebäude der Kindertagesstätte "Gänseblümchen" in Ebendorf? Diese Frage lässt sich auch fast sechs Wochen nach der Schließung nicht beantworten. Seit kurz nach Ostern sind die 89 Kinder in Ausweichquartieren untergebracht, weil in einer Staubprobe in einem Raum gesundheitsgefährdende Mineralwollefasern entdeckt worden waren (Volksstimme berichtete). Anschließend wurden auch in den restlichen Räumen Proben entnommen - mit dem gleichen Ergebnis.

Die Barleber Gemeindeverwaltung sucht seitdem nach einer Lösung, wie das Gebäude bis zum geplanten Neubau zeitweilig wieder in Betrieb genommen werden kann und hat im Beisein des Gesundheitsamtes Mitte April auch selbst noch einmal eine Material- sowie Staubprobe genommen. Diese wurden im Fraunhofer Institut für Silicatforschung in Würzburg untersucht. Als Grund nannte Katrin Röhrig, Leiterin Regiebetriebe/Naherholung/Sportstätten, "Unklarheiten im Vergleich zum ersten Gutachten".

Dieses basiere auf Steinwolle als Material, die Folgeproben dagegen auf Glasfasern. Zudem sollten die Proben auf Biolöslichkeit hin untersucht werden - dies sei nach Katrin Röhrig laut Gütegemeinschaft Mineralwolle ein entscheidendes Kriterium bei der Einstufung der Fasern als gefährlich oder nicht.

Das beauftragte Labor sei bei der Analyse der Materialprobe zu einem ähnlichen Ergebnis wie bei der ersten Untersuchung gekommen: Der Dämmstoff ist gesundheitsgefährdend und kann im Extremfall Krebs verursachen. Biolöslichkeit bestehe nicht. Währenddessen habe auch die Hersteller-Firma, die das Dämmmaterial 1999/2000 verbaut hatte, eine Untersuchung angestellt und kam zu dem Ergebnis, dass das Material doch biolöslich sei, sagte Katrin Röhrig. Beide Labore sollen nun noch einmal ihre Ergebnisse vergleichen.

"Wir gehen davon aus, dass es sich um eine Wolle handelt, die nicht dem heutigen Standard entspricht."

Katrin Röhrig, Leiterin Regiebetriebe/Naherholung/Sportstätten

"Wir gehen davon aus, dass es sich um eine Wolle handelt, die nicht dem heutigen Standard entspricht", sagte Katrin Röhrig in einem Pressegespräch am vergangenen Mittwoch.

Nun hat die Verwaltung für rund 1700 Euro eine Luftraummessung veranlasst. Abhängig vom Ergebnis solle entschieden werden, ob die Kinder zurück in die Einrichtung können oder Sanierungsarbeiten nötig sind, um das möglicherweise gesundheitsgefährdende Material zu beseitigen. Werden unter 500 Fasern pro Kubikmeter Raumluft gefunden, könnten die Kinder laut Katrin Röhrig zurück. Liegt der Wert darüber, solle saniert werden. An drei Punkten im Gebäude wurde gemessen. Außerdem gab es eine Referenzmessung an der Außenluft.

Die Verwaltung rechnet im Falle einer nötigen Sanierung mit Kosten in Höhe von 40000 bis 60000 Euro. Die Lüftungsanlage würde gereinigt werden. Zudem würden entweder die Deckenplatten herausgenommen, die Mineralwolle entfernt und die Decke abgesaugt werden. Alternativ wäre es auch möglich, den Bereich zu reinigen und eine Spanndecke zu ziehen.

Falls saniert werden müsste, ist Eile angesagt. Möglichst bis zum 30. Juni sollten die Arbeiten dann erledigt sein, erklärt die Verwaltung. Der Grund: Nur bis zu diesem Datum liegt momentan die Genehmigung vom Jugendamt vor, die 89 Kinder vorübergehend in den Ausweichquartieren unterzubringen.

Das Ergebnis der Luftraummessung wird Ende nächster Woche erwartet. Dann soll entschieden werden, wie es weitergeht. Eine weitere Informationsveranstaltung für die betroffenen Eltern ist dann ebenfalls geplant. Inzwischen liegt laut Verwaltung auch das Ergebnis der Schimmelpilzmessung in den oberen Räumen der Kita vom 10. März vor: Diesbezüglich bestehe oben keine Gefahr.