Für ihre Jagd sind die Jäger auf Jagdkanzeln angewiesen. Um so schlimmer ist es, wenn diese mutwillig zerstört werden. Der Rottmersleber Hermann Thormeier bittet deshalb die Bevölkerung, aufmerksam zu sein.

Rottmersleben l Einen großen Anteil an Schäden musste Hermann Thormeier, Jagdpächter in der Gemarkung Rottmersleben, in den vergangenen Wochen an seinen Jagdkanzeln feststellen. Viel Arbeit hat ihm dabei aber nicht allein der gewaltige Sturm Ende März gebracht. "Ich hatte gerade die Schäden des letzten Sturms beseitigt, da wurden mehrere jagdliche Einrichtungen in der Gemarkung Rottmersleben umgekippt", blickt er zurück.

Der erfahrene Jäger ist sich aber sicher, dass diesmal keine widrigen Witterungsverhältnisse im Spiel waren, sondern es sich eher um Vandalismus handelt. "Man sieht, dass die Sicherungsseile entfernt worden sind", kennt Holger Knape, ebenfalls Jagdpächter in der Gemarkung Rottmersleben, ein wichtiges Indiz. Ein Landwirt hat die umgekippten Hochsitze dann bei Feldarbeiten entdeckt. Teilweise werden auch Einzelteile wie Leitern und Hocker entwendet.

Da die Berufsgenossenschaft vorschreibt, dass die Jäger nur aus eine bestimmten Höhe schießen dürfen, werden die jagdlichen Einrichtungen gebraucht. "Zu unserer eigenen Sicherheit werden die jagdlichen Einrichtungen auch bewusst stabil gebaut", berichtet Hermann Thormeier, der selbst schon über 20 Jagdkanzeln gebaut hat.

Das geht aber auch ins Geld, weiß er. Schon allein die Materialkosten für den Bau einer Kanzel können 250 Euro schnell überschreiten, Instandsetzungsarbeiten schließen sich regelmäßig an. Deshalb ist die Zerstörungswut anderer um so ärgerlicher für die Jäger. "Wir können ja nicht Tag und Nacht draußen sein und all unsere jagdlichen Einrichtungen im Blick haben", erklärt Hermann Thormeier und setzt auch auf die Bevölkerung. "Wäre schön, wenn alle die Augen offenhalten und melden, wenn sie bemerken, dass etwas zerstört wird."

Eben so, wie es auch die Landwirte tun, wenn ihnen etwas auffällt. "Die Jäger und die Landwirte arbeiten gut zusammen", betont Thomas Seeger, der nicht nur Geschäftsführer eines landwirtschaftlichen Unternehmens ist, sondern zugleich auch Vorsitzender der Jagdgenossenschaft Rottmersleben. Die Jäger tragen mit ihrer Arbeit zur Regulierung des Wildbestandes und zur Begrenzung des Wildschadens auf den Feldern bei.