Ursprünglich sollte bei der Sandbeiendorfer Kirche nur das Dach neu gedeckt und die obere Turmebene saniert werden. Bei den Arbeiten fiel jedoch der Befall durch einen Hausschwamm auf. Dieser hat schwere Schäden am Holz verursacht.

Sandbeiendorf l Die Sandbeiendorfer Kirche ist momentan eine einzige Baustelle. Nahezu der komplette Außenbereich ist eingerüstet. Auf der Wiese rund herum sind herausgebrochene Holzreste zu finden. Im Inneren ein ähnliches Bild: Die Kirchenbänke sind entfernt worden, die Wände durch Gerüste gestützt.

Grund dafür ist die Sanierung des Gebäudes. "Eigentlich war nur eine Deckung des Dachs und eine Auffrischung der oberen Turmebene angedacht", berichtet Pfarrerin Christa Kohtz. Hierbei sei jedoch festgestellt worden, dass ein Holzschwamm das Gebäude befallen habe. Es seien massive Holzschäden entstanden, sodass die Arbeiten nun länger andauern werden. Doch nicht nur die Dauer ist ein Problem. Die neuen Arbeiten kosten natürlich auch mehr Geld.

Knapp 30000 Euro fallen an zusätzlichen Kosten an

Die ursprünglichen Gesamtkosten lagen bei 77500 Euro. Hiervon wurden 27000 Euro vom Kirchenkreis bereit gestellt, 40000 Euro von der Kommune Burgstall und die restlichen 10500 Euro aus kircheneigenen Rücklagen. "Durch die Entdeckung der Schäden liegt die neue Summe bei 105000 Euro", so Christa Kohtz. Wie das restliche Geld von knapp 30000 Euro zusammenkommen soll sei noch nicht geklärt. "Zur Not müssen wir einen Kredit aufnehmen", meint die Pfarrerin.

Solange in der Kirche saniert wird, ist die Gemeinde ins örtliche Feuerwehrhaus umgezogen. "Das lief völlig unproblematisch, wir wurden dort sehr gut aufgenommen", lobt Kohtz die Zusammenarbeit. Für die Gottesdienste bilde das Feuerwehrhaus ausreichend Platz.

Apsis als einziger Raum fast ohne Schäden geblieben

Doch nicht der ganze Innenraum der Kirche muss saniert werden. Die Apsis ist in einem guten Zustand, selbst die Decke weist hier nahezu keine Mängel auf. Anders als im "Kirchenschiff", hier muss unter anderem auch die Mauerkrone erneuert werden. Alles zerstört durch den Hausschwamm.

Ein Hausschwamm ist ein holzzerstörender Pilz. Um zu verhindern, dass er auch das restliche Holz befallen kann, ist es notwendig, das bereits feuchte Holz vollständig zu entfernen. Ein Stop der Bauarbeiten kommt nicht in Frage. "Zumindest das Dach muss zugemacht werden", sagt Christa Kohtz. Sonst riskiere man, dass die Schäden noch größer werden, sich mehr Feuchtigkeit in den Wänden sammelt.

Die Entscheidung die Bauarbeiten so zu erweitern, dass die Kirche danach wieder in vollem Umfang genutzt werden kann fiel schnell. "Nach dem man sich vom ersten Schock erholt hat, muss man natürlich etwas tun", so Kohtz weiter. Ob alles saniert werden kann, hängt allerdings davon ab, ob die Finanzierung auf die Beine gestellt werden kann. Daher kann keine Auskunft darüber gegeben werden, wann die Kirche wieder für Gottesdienst zur Verfügung steht.

Die letzte Sanierung der Kirche fand 2003 statt. Hierbei wurde das Dach allerdings nicht mit bearbeitet und der Holzschwamm nicht bemerkt.

Wer für die Sanierung spenden möchte, kann die beim Kreiskirchenamt Magdeburg tun. BIC: GENODED1DKD, IBAN: 40 35060190 155229015, Kennwort: Kirche Sandbeiendorf

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