Der asiatische Laubholzbockkäfer schreckte im Vorjahr die Glindenberger auf, denn es musste nicht nur ein befallener Ahorn gefällt werden. Auch wenn der Käfer nicht mehr in der Gemarkung angetroffen wurde, ist er weiterhin ein Thema.

Glindenberg l Eine Hiobsbotschaft schreckte im Dezember 2014 die Bevölkerung in und um Glindenberg auf: Der asiatische Laubholzbockkäfer wurde in der Gemarkung aufgefunden. Konkret hieß das: Auf einem Areal hinter dem Mittellandkanal, kurz vor Rothensee, war ein Ahorn befallen.

Wenn der Befall nicht erkannt wird, bringt der nur vier Zentimeter große Käfer selbst den stärksten Baum zum Umfallen. Das geschieht, ohne dass es vorher Anzeichen dafür gibt, wie Experten berichten, denn er höhlt ihn von innen aus. Deshalb müssen die befallen Bäume, in diesem Fall ein Ahorn, schnellstmöglich entfernt werden. So geschehen in Glindenberg. Damit aber nicht genug.

Auch im 100-Meter-Bereich um den Baum, mussten alle Laubgewächse gerodet werden. Aus dem Umweltamt des Landkreises hieß es auch danach noch: regelmäßige Kontrolle. Anfang Mai Entwarnung: "Es wurden keine neuen asiatischen Laubholzbockkäfer mehr gesichtet", teilte Fachdienstleiter Dieter Torka mit.

Dennoch wurde in der vergangenen Woche zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Wider Erwarten hielt sich aber der Zuhörerandrang im überschaubaren Rahmen.

Zumindest für die Verantwortlichen kein Grund, das Thema zu bagatellisieren. Dr. Ursel Sperling vom Landesamt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau in Bernburg referierte daher sehr gezielt über die Herkunft des asiatischen Laubholzbockkäfers und seine spezielle Lebensweise.

Hellhörig wurden die Zuhörer, als die Referentin über die Laubhölzer sprach, die alle besonders gefährdet sind. So nahm der Pflanzenschutz, die umfangreiche Vorsorge und die Bekämpfung einen breiten Raum im Vortrag ein. Der asiatische Laubholzborkenkäfer selbst, so Dr. Sperling, kommt in fast allen Ländern vor, "und ist dort zu einer echten Plage geworden, die nur mit erheblichem Aufwand bekämpft werden kann".

In Deutschland sind vor Jahren Larven mit Paletten aus Asien eingeschleppt worden. Daraus entwickelte sich in der Folge auch der erste Befall vor allem in der Nähe von Hafenanlagen. Wie die Expertin erläuterte, beträgt der Entwicklungszyklus der Tiere etwa zwei Jahre.

"Der asiatische Käfer selbst lebt maximal nur sechs bis acht Wochen. In dieser Zeit befällt der flugträge Käfer geeignete Laubbäume in der Nähe. Der Befall beginnt in den Kronen, so dass es schwierig ist, diesen zeitnah zu bemerken."

Durch geschultes Personal werden, so geschehen in Glindenberg, nach einem festgestellten Befall und der daraufhin eingerichteten Quarantänezone im Umkreis von zwei Kilometern alle Bäume inspiziert. Auf Grund eines festgestellten Befalls im Raum Rothensee ist auch der südliche Teil der Gemarkung Glindenberg seinerzeit in eine solche Zone gekommen. Das Gebiet wird daher in den Sommermonaten aufs Neue untersucht. Seitens der Zuhörer kamen natürlich besorgte Anfragen, wie groß die Gefahr ist, dass der Käfer wieder "auftaucht".

Gegenwärtig, so die klare Aussage, ist kein weiterer Befall gefunden worden. Es wurde aber auch darauf hingewiesen, dass einheimische Schmetterlingsarten, die ebenfalls in bestimmten Baumarten leben, ihre Eier hier ablegen.

"Wichtig ist dennoch, dass jeder Befall eines Laubbaumes, auch wenn sich herausstellt, dass es nicht Larven des asiatischen Laubholzborkenkäfer sind, umgehend beim Landesamt zu melden ist", betonte Dr. Ursel Sperling. Denn die Gefahr, die von diesen Käfern ausgeht, ist so groß,dass die EU ein Bekämpfungsprogramm auf den Weg gebracht hat, das für alle Länder verbindlich ist.