Zahlreiche Gäste waren der Einladung des CDU-Kreisverbandes Börde sowie der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung zu einem Wirtschaftsgespräch gefolgt. Kompetenter Gesprächspartner war dabei Ministerpräsident Reiner Haseloff.

Colbitz/Lindhorst l Dörte Werner vom Colbitzer CDU-Ortsverband und Thomas Leitel, Vorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU Börde, begrüßten die Gäste an der Bockwindmühle zwischen Colbitz und Lindhorst.

"Die dänische Königin schätzt die Lage in Sachsen-Anhalt als ausgezeichnet ein", sagte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU), der geradewegs von einem Treffen mit Königin Margrethe II. aus Wittenberg nach Colbitz gekommen war.

Haseloff konnte das so, wenn auch mit einigen Einschränkungen, bestätigen. "Sachsen-Anhalt hat es nach 21 Jahren erstmals geschafft, keine neue Schulden aufzunehmen. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Das wird auch unsere Position bei den bevorstehenden Verhandlungen um den Länderfinanzausgleich stärken", betonte der Ministerpräsident. An einigen Stellen müsse jetzt noch nachjustiert werden, etwa beim Finanzausgleichsgesetz und der finanziellen Ausstattung der Kommunen. Der Regierungschef sprach aber auch Schwachstellen an. "Unsere Steuereinnahmen sind noch geringer als in den westlichen Bundesländern. Obwohl die Sachsen-Anhalter im Jahresdurchschnitt drei Wochen länger arbeiten als beispielsweise die Nordrhein-Westfalen." Auch die Energiepreise liegen in Sachsen-Anhalt höher als in anderen Bundesländern. "Dabei erzeugen wir mehr Strom, als wir selbst verbrauchen", brach der Ministerpräsident eine Lanze für die geplante, aber auch umstrittene Gleichstromtrasse nach Süddeutschland.

Erfreut sei er über den erstmals positiven Wanderungssaldo, der bei anhaltendem Trend dafür sorgen wird, dass die Einwohnerzahl nicht unter zwei Millionen sinkt.

"Wir haben Sachsen-Anhalt auf einen vernünftigen Kurs gebracht und wollen das Land weiter gestalten", stellte Innenminister und CDU-Kreisvorsitzender Holger Stahlknecht in Hinblick auf die 2016 bevorstehende Landtagswahl fest.

In der Folge richteten die anwesenden Unternehmer zahlreiche Fragen an den Ministerpräsidenten. Themen waren unter anderem ein besseres Gründungsklima, die Breitbandversorgung, Grenzwerte bei der Tierproduktion oder Probleme beim Generationswechsel in Unternehmen. Die Lindhorster Mühlenfreunde hatten für die Gesprächsrunde ihre Möllenscheune zur Verfügung gestellt und kümmerten sich um die Versorgung.