Die Nutzer der Sportstätten der Niederen Börde werden ab August an den Betriebskosten beteiligt. Dafür hat der Gemeinderat mehrheitlich gestimmt. Dem Beschluss waren verschiedene Vorschläge und hitzige Debatten in den vergangenen Wochen vorausgegangen.

NiedereBörde l Das Thema erhitzt die Gemüter: Die Nutzer der Sportstätten der Niederen Börde sollen ab August an den Betriebskosten beteiligt werden. Laut Konsolidierungskonzept müssen die Ausgaben im Bereich Sport in den nächsten vier Jahren insgesamt um mindestens 134000 Euro reduziert werden.

Dem ersten Entwurf der Verwaltung für eine neue Entgeltordnung, wonach die Sportvereine die Hälfte der Kosten tragen sollten, folgten in den vergangenen Wochen hitzige Debatten in den kommunalpolitischen Gremien und den Vereinen. Viele befürchteten das Aus für den Breitensport in der Einheitsgemeinde. Mit dem jetzigen Modell konnten sich während der jüngsten Gemeinderatssitzung am Dienstagabend 11 von 17 Stimmberechtigten anfreunden. Drei Ratsmitglieder enthielten sich.

Die neue Entgeltordnung gilt ab August und enthält mehrere Festlegungen: Wird eine Halle für außersportliche Veranstaltungen genutzt, ist ein Euro pro Quadratmeter pro Tag zu zahlen. "Gemeinnützige Vereine werden durch die Gemeinde unterstützt, indem sie nur 50 Prozent dieses Entgeltes zu leisten haben", heißt es in der Beschlussvorlage der Verwaltung. Die Spielflächen auf den Sportplätzen dürfen für außersportliche Veranstaltungen nicht genutzt werden.

Anders sieht es bei Sportveranstaltungen aus. Dann werden für die Nutzung der Außenplätze je 20 Euro pro Tag zusätzlich zu den anteiligen Betriebskosten fällig. Diese wiederum sollen entsprechend der Belegungszeiten für Training oder Wettkämpfe berechnet werden. "Um gemeinnützige Sportvereine zu unterstützen, wird für diese von der grundsätzlichen Entgeltregelung abgewichen", heißt es seitens der Verwaltung. Die Vereine müssen 30 Prozent der Verbrauchskosten des Vorjahres für Wasser, Heizung, Energie und Müll zahlen. "Die Nutzer können durch ihr Nutzungsverhalten die Verbrauchskosten und somit die Berechnungsgrundlage für die Betriebskostenpauschale direkt beeinflussen."

Durch die neue Entgeltordnung will die Gemeinde bis einschließlich 2017 insgesamt 32000 Euro generieren. "Die jährlichen Einnahmen von dann rund 13000 Euro decken 15 Prozent der derzeit jährlichen Betriebskosten aller Sport- einrichtungen der Gemeinde", informiert die Verwaltung.

"Das jetzige Modell ist konsensfähig und in der Belastung für die Vereine erträglich", resümierte Gemeinderatsvorsitzender Burkhard Wohlfarth (CDU). Dieser Meinung schloss sich Volker Niemann (SPD) an: "Wir haben erst eine Vorlage bekommen, die war nicht akzeptabel. Jetzt ist die Kostenbeteiligung auf einem Level, der sich im Rahmen bewegt. Lustig finde ich es auch nicht, aber eine Beteiligung muss sein. Jeder Nutzer kann durch sein Verhalten die Höhe beeinflussen", sagte er in Richtung Zuschauer, deren Fragen zu diesem Thema mit dem Verweis auf die Geschäftsordnung in dieser Sitzung nicht beantwortet wurden.

Für Gesprächsstoff in den vergangenen Wochen sorgte auch die ebenfalls am Dienstag beschlossene Entgeltordnung für die Benutzung der Bürgerhäuser. 14 Ratsmitglieder stimmten dafür. Die Nutzung kostet künftig pro Quadratmeter einen Euro.