Wolmirstedt (gbi). Kabarett im Schlosskeller gibt es oft, zum ersten Mal aber kamen die Magdeburger "Zwickmüller" nach Wolmirstedt. "Davon wird die Welt nicht munter" behaupteten Hans-Günther Pölitz, Marion Bach und Klaus Schaefer und versuchten auf ihre Weise an den Angeln des politischen Erdballs zu rütteln.

"Irgendwann merken die Leute, dass Aldi und Dschungelcamp nicht alles sind. Aber welche Alternativen haben sie denn?" Pölitz bot interaktives Kabarett, verschiedene Themen standen zur Wahl. "Was über Wasser oder etwas zu Guttenberg?". Die Leute wollten "was über Guttenberg", also verglich Pölitz den Verteidigungsminister mit Münchhausen. "Nur kann sich Guttenberg nicht selbst an den Haaren aus dem Sumpf ziehen. Da ist zu viel Gel drin."

Die Verbalangriffe der "Zwickmüller" beschränkten sich jedoch nicht auf die deutsche Regierung, sondern zielten bis unter die Gürtellinie - aufs Genitalpiercing. Ihre besten Treffer landen die drei jedoch in der Politik, wenn sie beispielsweise die Vor- und Nachteile der Burka sezieren.

Hier verbünden sich Pölitz und Schäfer gegen Marion Bach. Am Ende gewinnt dann doch das Pro-Argument der Herren, nämlich, dass man mit einer Burka über dem Kopf schließlich keine Punkte in Flensburg bekommt.

Der erste Teil des weit über zweistündigen Programmes kam manchmal ein wenig verbissen daher, nach der Pause jedoch drehten die drei auf, die Biestigkeiten wurden locker aus der Hüfte geschossen, und mehr als einmal mussten Schäfer und Bach den (einstudierten) "Sprechdurchfall" des Hans-Günther Pölitz bremsen.

Das Programm machte Spaß, und mit Marion Bach ist eine großartige Sängerin im Ensemble, bei deren Gesang die Welt eben doch munter wird.

"Das war ein total gutes Wahnsinnsprogramm", sagte Bürgerhauschefin Christine Maluck zum Schluss. "Wir laden die ¿Zwickmüller\' auf jeden Fall wieder ein."