Ein pralles Programm haben sich die Mitglieder der Landfrauengruppe der Hohen Börde, "Holli Holler", für das laufende Jahr vorgenommen. In der vergangenen Woche tagten die Damen der Ortsgruppe im neuen Hermsdorfer Mehrgenerationenhaus und feilten an den Veranstaltungsplänen für 2011.

Hermsdorf/Hohe Börde. Die Zeiten von Kittelschürze und Kopftuch sind nach dem Selbstverständnis der Landfrauen von heute längst vorbei. Sie verstehen sich mit ihren bundesweit 550 000 Mitgliedern als die gesellschaftliche Kraft im ländlichen Raum. Modern, engagiert und zukunftsorientiert präsentieren sich auch die mehr als 30 Landfrauen der Hohen Börde seit ihrer Gründung vor knapp drei Jahren.

Aus dem kulturellen Leben der Gemeinde sind die Frauen der 2008 in Glüsig gegründeten "Holli Holler"-Truppe nicht mehr wegzudenken.

Zu einem Dauerbrenner ist ihre Holunderküchlein-Koch-Show und das Holunderblütenfest im Juni jedes Jahres geworden. 2010 berichtete der "Radio-Stammtisch" des Mitteldeutschen Rundfunks zwei Stunden live vom Holunderblütenfest, das unter der Bismarckeiche, direkt neben dem Niederndodeleber Holunderkontor, über die Bühne gegangenen war.

Holunderblütenfest auf der Veltheimsburg

In diesem Jahr soll das bunte Fest mit der Backshow und der Krönung der Holunder-Hut-Königin am Wochenende vom 18. bis 19. Juni während des Heimat- und Schützenfestes auf der Bebertaler Veltheimsburg gefeiert werden.

In das Veranstaltungsjahr 2011 wollen die Frauen mit einem Tänzchen starten. Ihre Männer werden ins Schlepptau genommen, und ab geht es zum "Tango für Anfänger" nach Nordgermersleben.

"Jetzt wird\'s bunt", heißt es am Sonntag, dem 17. April, im Schackensleber Olve-Zentrum zum zweiten Mal, wenn die Landfrauen zum großen Frühlingsmarkt vor allem die Kinder aus allen Dörfern der Hohen Börde einladen.

Das erste Mal wollen die Hohe-Börde-Frauen am bundesweiten Aktionstag aller Landfrauengruppen unter dem Motto "Unterwegs zu neuen Chancen" mitmachen. Dabei suchen sie Kontakt zu anderen Landfrauen, wollen sich über die Grenzen der Hohen Börde hinaus vernetzen, neue Ideen und Anregungen für die zukünftige Arbeit sammeln.

Die Unterstützung von Frauen und Familien mit Gesundheitsvorsorgemaßnahmen, Bildungsangeboten für Frauen wie Ernährungsbildung, Verbraucheraufklärung, Haushaltsmanagement oder die Vereinbarung von Familie und Beruf sind Schwerpunkte der Landfrauenarbeit im ganzen Land - auch bei den Aktionstagen. In diesem Jahr setzen die Landfrauen bei ihren Aktionstagen auf eine Partnerschaft mit der Stiftung "Eine Chance für Kinder".

Da passt auch gut der im Juni von den Holli-Holler-Damen wie bereits 2010 begleitete "Tag der Milch": In allen Dörfern der Hohen Börde wollen die Landfrauen die Kinder für das Gute der Milch gewinnen, mit ihnen backen, schmecken, Ausflüge unternehmen.

Im August und September wollen die Landfrauen der Hohen Börde eine Erntekrone binden, die traditionell beim Landes-Erntedankfest im Magdeburger Elbauenpark ins Rennen um die schönste Erntekrone Sachsen-Anhalts geschickt werden soll. Im Elb-auenpark wollen die Landfrauen wieder selbst gebackenen Kuchen für einen guten Zweck verkaufen.

Im Dezember wird ein Schwein geschlachtet

Lecker wird es in den letzten Monaten des Jahres. Bei den Feierlichkeiten der Hohen Börde zum Tag der Regionen am 3. Oktober sind die Landfrauen gleich in mehreren Orten vertreten. Sie selbst kochen am 16. Oktober gemeinsam Zuckerrübensirup bei Landfrau Anke Busse in Ochtmersleben.

Deftig wird es schließlich zum Jahresausklang: Auf vielfachen Wunsch werden die Landfrauen der Hohen Börde im Dezember im Rottmersleber Schlachthaus ein Schwein nach alt hergebrachter Bördesitte schlachten.