Mit Hilfe des Evangelischen Kirchenkreises, der Colbitzer Paulusgemeinde und vieler einzelner Spender konnte für die Itamba Secondary School im Südwesten Tansanias ein Speisesaal neu gebaut werden. Dafür, dass sich die Lebens- und Lernbedingungen dort weiter verbessern können, sorgen Schüler aus Barleben mit ihrer Spende. Pfarrer Dieter Kerntopf nahm das Geld gestern Vormittag entgegen und wird es nach Tansania überweisen.

Barleben. "Gerade eben noch waren wir Millionär. Jetzt haben wir das Geld abgegeben", scherzte Klassenleiterin Kirsten Lukassek. Pastor Dieter Kerntopf hatte den Kindern nämlich nach dem aktuellen Umtauschsatz 1:2000 ihren Spendenbetrag in tansanische Schillinge umgerechnet. Und dabei war die Zahl 2,2 Millionen herausgekommen. Ergo haben die Schützlinge von Kirsten Lukassek 1100 Euro zusammengetragen. Die 25 Mädchen und Jungen besuchen die Internationale Grundschule "Pierre Trudeau" in Barleben. Das ist wie die Itamba Secondary School eine Schule in freier Trägerschaft. Die Schüler der Klasse 3b haben den zehnten Geburtstag ihrer Schule genutzt, um Geld für Afrika zu sammeln. Weil die Projektwoche zum zehnjährigen Bestehen der Schule mit "Die Welt ist mein Zuhause" überschrieben war - die Trudeau-Schüler werden zu Weltbürgern herangezogen - haben sich die Drittklässler damit befasst, wie Mädchen und Jungen in anderen Ländern lernen. Dabei haben sie Afrika und die Itamba Secondary School als Beispiel genommen. Diese Schule im Südwesten Tansanias existiert seit 1984. Sie liegt in 2600 Metern Höhe. Die nächste Großstadt ist 80 Kilometer entfernt. Ihr Träger ist die Evangelisch-Lutherische Kirche. "Heute werden dort 850 Kinder unterrichtet. Fast 600 wohnen im Internat auf dem Schulgelände, weil die Wege nach Hause zu weit sind", überbrachte Pastor Dieter Kerntopf der Klasse 3b gestern aktuelle Informationen. Die Paulusgemeinde Colbitz und der Kirchenkreis unterstützen die Itamba School seit 25 Jahren, in der Anfangszeit mit Lehrmaterialien, später mit Solaranlagen für die Stromerzeugung. Im letzten Jahr wurde mit Geld für einen neuen Speisesaal geholfen. "Der musste gebaut werden, weil so viele Schüler im Internat sind", erzählte Kerntopf. "Ebenso werden genügend Schlafmöglichkeiten gebraucht. Damit alle ein Bett haben, ist jede weitere Spende willkommen", sagte er an die Drittklässler gewandt, die ihre 1100 Euro übrigens bei einem Flohmarkt eingesammelt haben. Moritz Pohl (8) erzählt: "Wir haben Handzettel und Plakate mit unserem Aufruf über alle Klassen verteilt. Unser Klassenraum füllte sich dann schnell mit Dingen für den Verkauf." Und Elisabeth Ude (9) ergänzt: "Unsere Mitschüler haben die Stände regelrecht gestürmt und ihr Taschengeld umgesetzt." Beim Verkauf konnten die Schüler auf Unterstützung solcher Elternvertreter wie Frank Dömeland bauen.