Wenddorf verfügt jetzt über eine Heimatstube. Am Sonn- abend wurde das künftige Domizil des 2009 gegründeten Heimatvereines im Obergeschoss des Bürgerhauses feierlich eingeweiht.

Wenddorf. "Wir haben schon lange über dieses Vorhaben gesprochen", erinnerte Gudrun Appel, Vorsitzende des Wenddorfer Heimatvereines, die Gäste der kleinen Einweihungsfeier, "Vorbereitungen dazu hatte noch der alte Gemeinderat der damaligen Gemeinde Wenddorf getroffen, als im Jahr 2009 neben der Abwasserleitung und dem Umbau des Bürgerhauses schon erste Planungen für die ,geträumte\' Heimatstube verwirklicht wurden."

Die Gemeinde Angern, zu der Wenddorf seit der Gemeindegebietsreform gehört, sorgte dafür, dass der Ausbau des Obergeschosses des Bürgerhauses mit einer Außentreppe jetzt fertiggestellt werden konnte. "Es ist erstaunlich, was man aus so einem alten Gebäude machen kann", lobte Gudrun Appel die Planer und Bauleute.

Das Wenddorfer Bürgerhaus war in der Vergangenheit zunächst Schule, dann Kindergarten und später Dorfkonsum. Im Obergeschoss befand sich früher eine Wohnung.

Ausstellungen zur Geschichte des Dorfes

Für die Räumlichkeiten unter dem rustikalen Dachgebälk haben die Mitglieder des Heimatvereines schon einige Ideen. "Wir haben uns vorgestellt, den kleinen Raum im hinteren Teil als Treffpunkt, Büro und Lager zu nutzen. Im vorderen Teil soll ein kleines Museum zur Geschichte unseres Dorfes vor 1990 eingerichtet werden", schlug die Vereinsvorsitzende vor. Dabei können sich die Heimatfreunde Ausstellungen mit wechselnder Thematik zur Dorfgeschichte vorstellen.

In diesem Jahr soll noch Computertechnik angeschafft werden, damit die vielen alten Fotos, die hoffentlich von den Wenddorfern zur Verfügung gestellt werden, eingescannt und damit für immer gespeichert werden können. Damit soll nicht nur eine Ausstellung gestaltet, sondern schrittweise auch die Chronik des Dorfes ergänzt und vervollkommnet werden.

"Wir bitten alle Wenddorfer, bei diesen Vorhaben mitzumachen. Es kann nicht alles auf einmal entstehen, aber wenn jeder mithilft, Bilder und Daten zusammenzutragen, wird etwas Großes daraus. Unsere Kinder und Enkelkinder werden darüber staunen, wie vielseitig das Leben in Wenddorf einst war", bat Gudrun Appel um Unterstützung.

Zu den Treffs der Heimatfreunde an jedem ersten Dienstag im Monat ist jeder Interessent gern gesehen.

Bürgermeister Alfred Bühnemann sicherte weitere Unterstützung zu. "Es ist eine schöne Heimatstube geworden. Sie kann Ausgangspunkt für das kulturelle Leben im Dorf werden. Ich verspreche die Hilfe der Gemeinde, wenn sie notwendig wird."

Pfeilspitze stammt aus der Jungsteinzeit

Dirk Schröder hatte bereits ein erstes Ausstellungsstück mitgebracht. "Wer besitzt einen älteren Gegenstand aus der Wenddorfer Geschichte?", fragte er und präsentierte eine Pfeilspitze, die vermutlich aus der Jungsteinzeit stammt.