Gutenswegen. Auf der dritten heimatgeschichtlichten Konferenz der Einheitsgemeinde Niedere Börde im Herbst vorigen Jahres referierte Dr. Thomas Ruppel reichlich eine Stunde über das Thema "Trachten der Börde". Morgen tut er das im Heimat- und Kulturverein Gutenswegen. Die Veranstaltung in der Gaststätte "Zum Goldenen Hahn" beginnt um 19.30 Uhr. Der Leiter des Bördemuseums Ummendorf verfügt über Erkenntnisse eines neuerlichen Forschungsprojektes zum Thema Trachten. Das ist mit Unterstützung der Deuregio Ostfalen zustande gekommen. Die Forscher untersuchten für ihre Zwecke insgesamt über 500 überlieferte Exemplare weiblicher und männlicher Bekleidung. Gesicherte Erkenntnis ist, dass die Frauen die prägnante Schnabelhaube und den Tausendfaltenrock mit Aufschwung der Zuckerrübenindustrie abgelegt haben. Neben Mieder und Rock zählten das dreieckige Schultertuch und die um den Körper herum gebundene Schürze zu typischen Merkmalen. Das Mieder aus Seide oder Baumwolle mit den hakenförmigen Ärmelaufschlägen war in der Regel innen mit Leinen gefüttert. Die Schürze war je nach Anlass einfach oder festlich mit Stickerei oder Schmucklitze versehen. Das gleiche galt für die Haube. Diese war oftmals mit Perlen bestickt. Eine Handtasche mit aufgesticktem Muster bildete das komplettierende Accessoires.

Knallrote Jackenfütterung

Die Kleidung der Männer kennzeichneten mantelartige Röcke mit knallroter Fütterung oder Kurzjacken. Hinzu gesellten sich Weste und Brusttuch. Alle trugen kurze Hosen und Strümpfe. Die Hose bestand oftmals aus Leder, war aber immer nur knielang. Auf dem Kopf hatte der Mann einen Dreispitz, auch Zylinder aus Rauhhaar oder Fellmützen waren als Kopfbedeckung verbreitet.