Von Klaus Dalichow

Jersleben. Dem Jersleber Ortswehrleiter Steffen Wetterau liegt der allgemeine Zustand der "Flocke" (im Volksmund üblicher Name für das Dorfgemeinschaftshaus am Bleicher Weg in Jersleben) sehr am Herzen. Das tat er jüngst in einer Einwohnerfragestunde kund. Für ihn hat die Immobilie den Glanz eines Vorzeigeobjektes verloren. "Die Werterhaltung ist inzwischen vorrangiger als die endgültige Fertigstellung", sagte er. Das Haus zeige Gebrauchsspuren, es werde für Feierlichkeiten gut vermietet. Bei den Feiern, zu denen meistens Alkohol fließt, sei das Objekt zunehmend Zerstörungswut ausgesetzt. Wetterau forderte die Bürgermeisterin auf, mit den Verursachern der Zerstörungen energischer zur Sache zu gehen. Er bot sich zugleich mit seinen Kameraden an, die Spuren der Feiern zu beseitigen. "Stellen Sie uns die Farbe hin, wir erledigen das", sagte er. Auch für die Mithilfe beim weiteren Ausbau insgesamt gibt es eine Bereitschaftserklärung der Wehr.

Mit dem am Dienstag vom Gemeinderat in Samswegen beschlossenen mittelfristigen Finanzplan (Bestandteil des Etats) rückt die endgültige Fertigstellung des Bürgerhauses in das Jahr 2013. Für den weiteren Ausbau sind dann 51 000 Euro vorgesehen. Der Posten soll zu 45 Prozent aus der Investitionshilfe und zu 55 Prozent mit Fördermitteln untersetzt werden, falls welche fließen. Der alte Jersleber Gemeinderat hatte sich 1999 entschlossen, die Ruine der einstigen Kartoffelflockenfabrik von der Treuhand zu kaufen. Durch ein Ingenieurbüro wurde ein Ausbauprojekt erarbeitet. Je nach Haushaltslage der bis Ende 2003 selbstständigen Gemeinde Jersleben konnten die Entwürfe Stück für Stück in die Tat umgesetzt werden, zu einem Begegnungszentrum für alle. Dann kam 2004 die Bildung der Einheitsgemeinde...