Niedere Börde (mb). "Handwerk hat goldenen Boden" sagt es ein altes Sprichwort. Und das hatte vor 100 Jahren wohl besonders große Bedeutung. Denn zu der Zeit schlossen sich viele Handwerker auch zusammen, nicht nur in Berufsgruppen, sondern in verschiedenen Arbeitsbereichen. Und wer hart arbeitet, sollte auch mal feiern.

"Die Handwerker-Vereinigung, im vorigen Jahr ins Leben getreten, feierte unter äußerst zahlreicher Beteiligung am Freitag im Woost\'schen Gasthause ihr Wintervergnügen", berichtete das Wochenblatt am 7. Februar 1911.

"Den ersten Teil bildete ein Instrumentalkonzert, ausgeführt von der Wolmirstedter Kapelle des Herrn Müller... Ein harmonisch verlaufender Ball schloss sich an das Konzert an."

Anzeigen aus den ersten Monaten des Jahres 1911 im Wochenblatt - nachzulesen im Kreis- und Stadtarchiv in Haldensleben - machen deutlich, wie viele Handwerker damals in den Gemeinden ansässig gewesen sein müssen.

Im Wochenblatt

Bäckerlehrlinge zu Ostern suchten Richard Wiesing aus Gutenswegen und Hermann Lange aus Groß Ammensleben. Die Anzeigen der Bäckermeister waren am 22. Januar 1911 im Wochenblatt zu lesen.

Ebenfalls einen Bäckerlehrling zu Ostern wollte Wilhelm Pasemann aus Dahlenwarsleben einstellen, dafür warb der Meister mit einer Anzeige am 18. Februar.

Wilhelm Gericke aus Gutenswegen brauchte einen Barbierlehrling, so verkündete er am 26. Februar.

Und Malermeister Ernst Knupp aus Groß Ammensleben suchte einen "tüchtigen jungen Maler-Gehilfen, welcher auch tapezieren kann."

Nachzulesen im Wochenblatt vom 2. März 1911. Malermeister Franz Bussenius aus Gutenswegen wollte einen jüngeren Gehilfen sofort und einen Lehrling zu Ostern einstellen, am 25. März gab er das kund.

Und C. Hoppe aus Vahldorf hat dann am 5. April "zwei Mädchen oder Frauen für die Käserei bei gutem Lohn gesucht".

Nur zwei Tage später war zu lesen, Schmiedemeister Andreas Jakob aus Dahlenwarsleben sucht sofort einen jungen Schmiedegesellen.