Wolmirstedt. Wieviel Spaß die Musik mit den Gebrüdern Jehn macht, hat sich längst herumgesprochen. Nicht umsonst strömten fast 300 Besucher am späten Sonnabendnachmittag zum Konzert in die Katharinenkirche. Vor allem die Kinder waren verrückt nach den Liedern von Nicolas und David Jehn, setzten sich dicht an die Bühne, um ja keinen Ton, keine Silbe zu verpassen, die Musik von Gitarre und Kontrabass hautnah zu erleben. "Wir haben schon ganz viele Musikwünsche bekommen", sagten die Brüder im Vorfeld, und während des Konzertes wurden alle erfüllt.

Nicht nur die Kinder, auch die Eltern hatten offensichtlich großen Spaß an den Liedern, denn Groß und Klein sangen gemeinsam mit. Vor allem das Lied "Oben im Norden, da wohnen die Trolle" scheint seit Jahren der Renner der Jehns zu sein, denn es gab offenbar niemanden in der Kirche, der dieses Lied von Mama Troll und Papa Troll und Lille Olle Bolle nicht kannte. Die Kinder erweiterten es gemeinsam mit den Musikern Strophe um Strophe und konnten gar nicht genug vom Troll-Lied bekommen.

Die Jehns singen die Lieder nicht nur, sie visualisieren den Text, und die Kinder machen mit. Die Hände beschreiben den großen runden Mond, die aufblühende Akelei, die schleichende, schnurrende Katze, die schwimmenden Fische. So können auch die ganz Kleinen, die sich den Text nicht so schnell merken können, die Lieder mitspielen und -tanzen.

Die Geheimnisse dieser Musikvermittlung verrieten die Gebrüder Jehn tagsüber Erzieherinnen und Lehrerinnen. Musik ist für die beiden Worpsweder keine Nebensache, sondern sehr wichtig für die kindliche Entwicklung. Gerade Kinder würden ihre kognitiven Fähigkeiten durch die Musik entwickeln, lernen ihre Stimme, ihre Körperlichkeit kennen.

Musik für Kinder muss eingängig sein, Spaß machen, darf nicht zu viele Töne umfassen. Das gilt für Kinder auf der ganzen Welt. "Beim Workshop zeigten die Brüder afrikanische Tänze und Körperpercussion", erzählte Ursula Kaiser-Haug, die den Workshop und das anschließende öffentliche Konzert zusammen mit Konstanze Schlegel zum wiederholten Mal organisiert hatte. Erzieherinnen brauchen nicht einmal ein Instrument, um den Kindern Musik nahe zu bringen.

Allein die Stimme und rhythmisches Klatschen und Klopfen auf verschiedene Körperstellen weckt Freude. Der Erfolg des Konzertes bestätigte diese Theorie.