Die Elbeuer Kirchengemeinde ist klein, hatte aber seit Jahrzehnten einen großen Wunsch. Ihr Gotteshaus brauchte dringend eine umfassende Reparatur. Besonders das Dach war in einem desaströsen Zustand. Nachdem im Juli des Vorjahres Fördermittel aus dem LEADER-Programm geflossen sind, stehen die Bauarbeiten nun kurz vor der Vollendung.

Elbeu. Ulrike Reichardt strahlt, wenn sie die Elbeuer Kirche anschaut. Der romanische Sakralbau, der aus dem 11. oder 12. Jahrhundert stammt, liegt ihr nicht nur am Herzen, weil sie die zuständige Pfarrerin dieser Gemeinde ist. Sondern auch, weil sie weiß, was St. Peter und Paul für die gut 70 Gläubigen bedeutet.

"Die Gemeindeglieder identifizieren sich ganz stark mit ihrer Kirche. Und sie haben nicht nur Interesse an der Hülle, sondern auch am Innenleben", weiß die engagierte Pfarrerin. Doch es war eben gerade die Hülle, die in den vergangenen Jahrzehnten große Sorgen bereitete. Die Balken marode, das Gesims zerbröckelt, die komplette Last des durchlässigen Dachs lag auf den Außenmauern. Und hatte so dazu geführt, dass sich diese gefährlich wölbten.

Im Juli 2010 erhielt der Gemeindekirchenrat den LEADER-Fördermittelbescheid über 42000 Euro. Eigentlich hatte man damit die 120000 Euro, welche für die Sanierung der Kirche veranschlagt waren, endlich zusammen. Denn es lagen schon 50000 Euro aus dem Haushalt der Stadt und das restliche Geld aus Eigenmitteln der Gemeinde vor.

"Doch bevor wir mit den Bauarbeiten beginnen konnten, mussten wir zuerst die Planungen aktualisieren", erinnert sich Ulrike Reichardt. Schließlich sei der schlechte Zustand der Kirche seit 2003 akut gewesen. "Und die Realisierung der Sanierung hat auch unter den ständigen Pfarrwechseln gelitten." Als man im Herbst des vergangenen Jahres damit begann, das Dach des Mittelschiffes aufzudecken, zeigte sich, dass "der Zustand noch verheerender war als angenommen". Die Verantwortlichen setzten sich also erneut hin - und planten um. "Wir konnten die Gesamtsumme auch dank des Kirchenkreises auf 160000 Euro aufstocken, aber mit dieser Summe mussten wir dann wirklich auskommen. Also haben wir neu verhandelt und auf Teile der Sanierung verzichtet." Zugunsten des Daches müssen nun die Neu-Verfugung der Fassade sowie die erhofften Malerarbeiten im Inneren warten.

Eigentlich wollte man schon Ende 2010 mit den Bauarbeiten an der Kirche fertig sein. Aufgrund der neuen Sachlage hat man nun den Abruf der Fördermittel aber nun bis Mitte dieses Jahres verlängert. Um den Zeitverzug aufzuholen, legten die Arbeiter richtig los. Noch vor dem langen Winter konnte so zum Beispiel das Dach des Altarraumes gedeckt werden. Zusätzlich wurden Anker zur Existenzsicherung der Außenwände des Kirchenschiffes eingezogen. "Die Gemeindemitglieder waren schon unruhig, weil man keine Bauarbeiter auf dem Dach sah. Ich hab ihnen dann aber erklärt: ¿Wenn wir die sehen, haben wir zwei Drittel der Arbeiten schon geschafft\'", erzählt die Pfarrerin schmunzelnd.

Nun ist es soweit. Zwei Firmen sind nun am Kirchturm mit den Vorarbeiten beschäftigt, damit bald die Biberschwanz-Dachziegel verlegt werden können. Eventuell wird schon im Mai alles fertig sein. Fest steht, dass am 26. Juni ein Gemeindefest zum Abschluss der Arbeiten stattfinden soll.

Die Gottesdienste fanden übrigens während der ganzen Bauzeit wie gewohnt 14-tägig statt. Dort wurden sich dann auch Anekdoten erzählt, die mit der Geschichte des Gebäudes zusammenhängen. Eine der Sagen hat sich scheinbar als wahr herausgestellt. "Die Generation der Großväter hier im Ort erzählte immer, dass das Kirchturmdach mal gebrannt hätte und das Feuer dann - wie durch ein Wunder - aus eigener Kraft erlosch. Im Zuge der Baumaßnahmen wurde nun auch festgestellt, wie porös der Blitzschutz war", berichtet Ulrike Reichardt. "Außerdem fand man verkohlte Balken. Die Geschichte kann also stimmen. Zum Beispiel, weil ein Blitz den Brand verursachte." Wunder gibt es scheinbar wirklich immer wieder. Dazu zählen die Elbeuer sicher auch, dass der erste Schritt der Sanierung ihrer Kirche nun kurz vor der Vollendung steht.